US-Jus­tiz ver­schärft Kurs ge­gen No­var­tis

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - LW

Preet Bha­ra­ra hat schon Schwei­zer Ban­ken das Fürch­ten ge­lehrt. Nun nimmt der New Yor­ker Staats­an­walt fast 80 000 Lehr­ver­an­stal­tun­gen von No­var­tis in ei­nem lau­fen­den Be­ste­chungs­ver­fah­ren ge­gen den Phar­ma­mul­ti un­ter die Lu­pe.

Geht es nach Bha­ra­ra, wa­ren die Ver­an­stal­tun­gen vor­ge­täuscht, um US-Ärz­te zu be­ste­chen. Der Phar­ma­kon­zern soll zwi­schen 2002 und 2011 im lu­xu­riö­sen Rah­men wis­sen­schaft­li­che Vor­trä­ge ver­an­stal­tet ha­ben, «die we­nig bis nichts mit der Wei­ter­bil­dung von Ärz­ten zu tun hat­ten», schreibt Bha­ra­ra jüngst in ei­nem Brief. Ziel sei es ge­we­sen, Ärz­te für ein Herz-Kreis­lauf-Me­di­ka­ment von No­var­tis zu ge­win­nen. Es brau­che nun mehr De­tails, um fest­zu­stel­len, ob der Kon­zern mit den sys­te­ma­ti­schen An­rei­zen staat­li­che Ge­sund­heits­pro­gram­me um Hun­der­te Mil­lio­nen Dol­lar be­tro­gen ha­be.

Der Phar­ma­mul­ti zeigt sich bis­lang we­nig ko­ope­ra­tiv. Wie er kürz­lich mit­ge­teilt hat, wür­den die im No­vem­ber aus­ge­dehn­ten For­de­run­gen nach De­tails zu Round­ta­ble-Ver­an­stal­tun­gen den Rah­men der Un­ter­su­chung spren­gen. Man sei mit dem Vor­ge­hen der US-Re­gie­rung nicht ein­ver­stan­den, sagt No­var­tis ge­gen­über «Fi­nanz und Wirt­schaft». Der Kon­zern ha­be ei­ne Schutz­an­ord­nung be­an­tragt und wer­de die An­schul­di­gun­gen der Be­ste­chung wei­ter an­fech­ten.

Den An­le­gern stiess die Nach­richt sau­er auf: Am ers­ten Han­dels­tag nach Os­tern ver­lo­ren die Ak­ti­en über 2,5%. Ci­ti­group-Ana­lyst And­rew Baum rech­net im ak­tu­el­len Rechts­fall mit ei­ner mög­li­chen Stra­fe von über 2 Mrd. $. Die Grös­sen­ord­nung scheint vor­erst rea­lis­tisch. Be­reits 2015 woll­te Staats­an­walt Bha­ra­ra den Phar­ma­kon­zern eben­falls we­gen Be­ste­chung zu ei­ner Re­kord­bus­se von 3,4 Mrd. $ ver­kla­gen. We­ni­ge Ta­ge vor dem ers­ten Ge­richts­ter­min er­ziel­ten die Par­tei­en je­doch im Hin­ter­zim­mer ei­ne ers­te Ei­ni­gung. No­var­tis soll 390 Mio. $ zah­len, um den Streit bei­zu­le­gen. Aktuell schei­nen An­stren­gun­gen und Droh­ku­lis­se der Staats­an­walt­schaft noch­mals we­sent­lich grös­ser. Die An­ge­le­gen­heit könn­te da­her lang­wie­rig wer­den und dürf­te No­var­tis noch­mals teu­er zu ste­hen kom­men. Al­le Fi­nanz­da­ten zu No­var­tis im Online-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/NOVN

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