Spa­ni­en

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Spa­ni­en zählt zu den Eu­ro­staa­ten, die das höchs­te Wirt­schafts­wachs­tum er­zie­len. Die­ses Jahr dürf­te das Brut­to­in­land­pro­dukt 2,6% zu­le­gen, nach 3,2% 2015. Die Ab­schwä­chung im Ex­port­ge­schäft mit Latein­ame­ri­ka und Asi­en wird ab­ge­fe­dert: Nun zahlt es sich aus, dass vie­le Un­ter­neh­men in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ih­re Wett­be­werbs­fä­hig­keit stark ver­bes­sert ha­ben. Aus­ser­dem fällt die Nach­fra­ge aus Deutsch­land und Frank­reich bis­lang sta­bil aus.

Die Er­ho­lung ist trotz­dem zer­brech­lich. Die Ar­beits­lo­sen­ra­te sinkt zwar, liegt je­doch mit 21% im­mer noch viel zu hoch. Ver­gan­ge­nes Jahr wur­de ei­ne hal­be Mil­li­on neu­er Stel­len ge­schaf­fen – ein Trop­fen auf den heis­sen Stein (vgl. Grafik). Dar­über hin­aus bleibt der Fi­nanz­sek­tor an­ge­schla­gen. Im Ja­nu­ar bei­spiels­wei­se ver­ga­ben Ban­ken 4% we­ni­ger in­län­di­sche Kre­di­te als zwölf Mo­na­te zu­vor. Der Im­mo­bi­li­en­markt hat zwar 2014 das Tief durch­schrit­ten, aber die Prei­se sind seit­her kaum ge­stie­gen. Das liegt auch dar­an, dass die Pri­vat­haus­hal­te im­mer noch hoch ver­schul­det sind und die Be­völ­ke­rung we­gen der Ab­wan­de­rung schrumpft.

Auch drü­cken die po­li­ti­schen Ri­si­ken auf die Stim­mung. Seit den Par­la­ments­wah­len im De­zem­ber wur­de noch kei­ne Re­gie­rung ge­bil­det. Nach Jahr­zehn­ten der Zwei­par­tei­en­herr­schaft tun sich die Volks­ver­tre­ter schwer mit der neu­en po­li­ti­schen Land­schaft, die vier gros­se Par­tei­en zählt. Neu­wah­len En­de Ju­ni sind wahr­schein­lich, aber die Chan­ce, dass es dann zu ei­ner po­li­ti­schen Lö­sung kommt, ist des­halb nicht grös­ser. Dass es in Spa­ni­en nach dem ful­mi­nan­ten Start nun kaum mehr vor­wärts geht, rief Moo­dy’s auf den Plan. Die Agen­tur hat­te bis­lang das Ra­ting Baa2 mit ei­nem po­si­ti­ven Aus­blick ver­se­hen. Im Fe­bru­ar än­der­te sie ihn auf Sta­bil.

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