Der gros­se Na­mens­wirr­war

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

As­set-Al­lo­ca­ti­on-Fonds, Stra­te­gie­fonds, Ab­so­lu­te-Re­turn-Fonds, Mul­ti-As­se­tFonds – kei­ne an­de­re Fonds­ka­te­go­rie er­leb­te im Lau­fe der ver­gan­ge­nen Jah­re ei­ne der­art gros­se Na­mens­viel­falt wie die Misch­fonds. Ur­sprüng­lich wa­ren sie da­zu ge­dacht, den An­le­gern zu er­mög­li­chen, auf ein­fa­che und re­la­tiv güns­ti­ge Art ihr Geld in ei­nem ein­zi­gen In­vest­ment­pro­dukt di­ver­si­fi­ziert an­zu­le­gen. Denn ein Misch­fonds in­ves­tiert nicht nur in Ak­ti­en aus un­ter­schied­li­chen Re­gio­nen, son­dern auch in Ob­li­ga­tio­nen. Die­ses Wech­sel­spiel zwi­schen Ri­si­ko und Sta­bi­li­tät soll den An­le­gern ei­ne ste­ti­ge und sta­bi­le Per­for­mance bie­ten.

In der Zwi­schen­zeit ha­ben sich ver­schie­de­ne Vor­zei­chen deut­lich ge­wan­delt. Mit dem Auf­kom­men des In­ter­net-Bör­sen­han­dels und von pas­si­ven An­la­ge­ve­hi­keln (Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds, ETF) gibt es ei­ne Rei­he al­ter­na­ti­ver Mög­lich­kei­ten zu Misch­fonds. Zu­dem ist das Um­feld deut­lich an­spruchs­vol­ler ge­wor­den. Seit ei­ni­gen Mo­na­ten lässt sich mit Ak­ti­en nur bei ge­ziel­tem Stock Pi­cking ei­ne po­si­ti­ve Per­for­mance er­zie­len. Gleich­zei­tig ist die Kurs­ral­ly bei den Ob­li­ga­tio­nen aus­ge­reizt, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich mehr Ren­di­te als die tief ge­fal­le­nen Zins­cou­pons brach­te.

Ab­hil­fe su­chen die An­bie­ter mit krea­ti­ven Lö­sun­gen, die al­ler­dings nicht in je­dem Fall wirk­lich die In­ter­es­sen des An­le­gers ab­de­cken. So wer­den bei­spiels­wei­se fond­sei­ge­ne Ver­gleichs­mar­ken de­fi­niert, die oft­mals selbst für Ex­per­ten nicht auf den ers­ten Blick ver­ständ­lich sind. Sie las­sen zwar die Fond­sper­for­mance in gu­tem Licht er­schei­nen, er­schwe­ren aber die Ver­gleich­bar­keit mit an­de­ren Fonds.

An­de­re ver­su­chen, zu­sätz­li­che An­la­ge­klas­sen bei­zu­fü­gen, um die sich an­glei­chen­de Ent­wick­lung von Ak­ti­en und Ob­li­ga­tio­nen zu durch­bre­chen. So wird in den als Mul­ti-As­set-Fonds be­zeich­ne­ten Pro­duk­ten je nach An­bie­ter in Im­mo­bi­li­en, Roh­stof­fe oder gar Wäh­run­gen in­ves­tiert – mit ent­spre­chend hö­he­ren und von Pri­vat­an­le­gern meist nicht im Vor­aus ab­schätz­ba­ren Ri­si­ken.

Misch­fonds kön­nen auch im ak­tu­el­len Um­feld durch­aus ih­re Be­rech­ti­gung ha­ben – un­ter wel­cher Be­zeich­nung auch im­mer sie an­ge­bo­ten wer­den. Ent­schei­dend wird die Fä­hig­keit der Fonds­ma­na­ger sein, sich auf neue Be­ge­ben­hei­ten in Be­zug auf die Ge­wich­tung von Ak­ti­en und Ob­li­ga­tio­nen ein­zu­stel­len. Mehr denn je gilt des­halb vor al­lem bei Misch­fonds, dass die ver­gan­ge­ne Per­for­mance kei­nen Hin­weis auf die zu­künf­ti­ge Ren­di­te lie­fert.

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