Schwie­ri­ges Quar­tal en­det

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASAL­LE BROKERAGE AG

Öl­händ­ler war­ten nun ge­spannt auf den Aus­gang des Do­ha-Tref­fens.

An den Roh­stoff­märk­ten geht ein schwie­ri­ges ers­tes Quar­tal zu En­de. Nach dem Aus­ver­kauf im Ja­nu­ar und Fe­bru­ar sorg­ten in den letz­ten Wo­chen die hö­he­ren Prei­se an den Öl­märk­ten für freund­li­che­re Stim­mung. Mitt­ler­wei­le no­tie­ren die bei­den wich­ti­gen Re­fe­renz­sor­ten – eu­ro­päi­sches Brent-Öl (ICE) so­wie USRoh­öl WTI (Nymex) – ge­gen­über dem Zwölf­jah­res­tief vom Ja­nu­ar wie­der gut 50% hö­her.

Die letz­te Be­richts­wo­che stand im Fo­kus der Os­ter­fei­er­ta­ge. Neue preis­un­ter­stüt­zen­de Nach­rich­ten blie­ben aus. Die Händ­ler war­ten nun ge­spannt auf den Aus­gang des Do­ha-Tref­fens am 17. April zwi­schen Opec- und Nicht-OpecPro­du­zen­ten. Im Raum steht das Ziel, die För­de­rung auf dem Stand von Ja­nu­ar ein­zu­frie­ren – al­ler­dings nur, wenn al­le Staa­ten am glei­chen Strick zie­hen.

Er­fah­run­gen stim­men je­doch miss­trau­isch. Ent­schei­de an­zu­kün­di­gen heisst noch lan­ge nicht, dass sich al­le Par­tei­en auch ef­fek­tiv an den Plan hal­ten. Nur schon die Tat­sa­che, dass in ei­nem be­reits über­ver­sorg­ten Markt bes­ten­falls ei­ne be­ste­hen­de Über­pro­duk­ti­on ein­ge­fro­ren wird, aber ei­ni­ge Län­der wie der Iran al­les dar­an set­zen wer­den, die Öl­för­de­rung wei­ter aus­zu­bau­en, ver­heisst we­nig Gu- tes. In der ver­gan­ge­nen Wo­che hat­te nach dem Iran aber nun auch Li­by­en den De­cke­lungs­be­stre­bun­gen ei­ne Ab­sa­ge er­teilt.

Gleich­zei­tig le­gen die kom­mer­zi­el­len Öl­la­ger ge­ra­de in den USA wei­ter zu. Die mar­kant ge­stie­ge­nen Net­to-Kauf­po­si­tio­nen der Spe­ku­lan­ten über die letz­ten Wo­chen führ­ten vor dem Os­ter­wo­chen­en­de des­halb ver­stärkt zu Ge­winn­mit­nah­men: Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag no­tier­te Brent-Öl (ICE) zeit­wei­se wie­der deut­lich un­ter der 40$-Mar­ke. Der of­fi­zi­el­le Schluss­kurs lag dann aber auf 40.44 $ pro Fass. Ei­ne Wo­che zu­vor hat­te der­sel­be Kon­trakt noch bei 42.54 $ ein Drei­mo­nats­hoch mar­kiert und war seit­her auf dem Rück­marsch. US-Roh­öl (Nymex) ten­dier­te eben­falls tie­fer und kos­te­te mit 39.59 $ pro Fass fast 3 $ we­ni­ger als noch vor ei­ner Wo­che.

Zu­letzt ha­ben die Kauf­po­si­tio­nen der Fonds mas­siv zu­ge­nom­men. So er­höh­ten die Spe­ku­lan­ten ih­re Long-Po­si­tio­nen auf Brent-Öl in­nert Wo­chen­frist um 15 624 auf 363 706 Long-Kon­trak­te, den höchs­ten Stand seit 2011. Am Di­ens­tag­nach­mit­tag no­tier­te Brent-Öl (ICE) mit 39 $ pro Fass und WTI-Öl (Nymex) mit 38.02 $ pro Fass 3% im Mi­nus.

Am Os­ter­mon­tag zün­de­ten die US-Wei­zen­no­tie­run­gen am Chi- ca­go Bo­ard of Tra­de ein klei­nes Kurs­feu­er­werk. Ein Käl­te­ein­bruch in den süd­west­li­chen US-Plains und die da­durch aus­ge­lös­te Furcht vor ei­nem «Win­ter­kill» lies­sen Wei­zen (CBOT) zeit­wei­se um 14 Cents oder 3% auf ein Zwei­wo­chen­hoch von 4.7725 $ pro Bus­hel hoch­schnel­len. In die­sen Re­gio­nen war es für die Jah­res­zeit seit Län­ge­rem zu mild. Vor al­lem aber blie­ben die wich­ti­gen Nie­der­schlä­ge aus.

Auch So­ja ver­zeich­net ei­nen stei­gen­den Trend. Am Mon­tag mar­kier­te der Kon­trakt So­ja­boh­nen (CBOT) mit 9.1475 $ pro Bus­hel ein Drei­ein­halb­mo­nats­hoch. Die Aus­sicht auf ei­ne Kor­rup­ti­ons­an­kla­ge ge­gen den frü­he­ren Prä­si­den­ten Lu­la und ein mög­li­ches Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren ge­gen Prä­si­den­tin Rouseff ber­gen in Bra­si­li­en zur Ern­te- und Ex­port­zeit gros­ses Pro­blem­po­ten­zi­al. Be­rich­ten zu­fol­ge wur­den bis jetzt 67% der So­ja-Ern­te ein­ge­fah­ren. In der letz­ten Be­richts­wo­che ha­ben die Spe­ku­lan­ten ih­re Short-Po­si­tio­nen zu­rück­ge­kauft und hal­ten jetzt so­gar Net­to-Long-Po­si­tio­nen von 25 696 Kauf­kon­trak­ten. Am Don­ners­tag dürf­te der An­bau­flä­chen- und Quar­tals­be­stands­be­richt des US-Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums für Span­nung sor­gen.

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