Markt­zin­sen fal­len leicht

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ PHIL­IP­PE BÉGUELIN

Geld­markt­buch­for­de­run­gen und «Eid­ge­nos­sen» ren­tie­ren ein we­nig tie­fer.

Nach dem Os­ter­wo­chen­en­de blieb es am Pri­mär­markt für Fran­ken­an­lei­hen ru­hig. Am Geld­markt hat die Eid­ge­nos­sen­schaft am Di­ens­tag drei­mo­na­ti­ge Geld­markt­buch­for­de­run­gen (GMBF) be­ge­ben, als Fe­der­füh­rer fun­giert die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB). Es wur­den Ge­bo­te für fast 3 Mrd. Fr. ge­stellt, die Zu­tei­lung be­lief sich auf 443,5 Mio. Fr. Die Ren­di­te sank leicht, von –0,837% in der Vor­wo­che auf –0,849%.

Am Se­kun­där­markt ist der Kurs der zehn­jäh­ri­gen An­lei­hen der Eid­ge­nos­sen­schaft am Di­ens­tag leicht ge­stie­gen, die Ren­di­te sank 1 Ba­sis­punkt (0,01 Pro­zent­punk­te) auf –0,374%. Das Re­kord­tief vom 29. Fe­bru­ar be­trug –0,476%.

Par­al­lel zum Kurs der «Eid­ge­nos­sen» stieg der an der Ter­min­bör­se Eur­ex ge­han­del­te Conf-Fu­ture – er be­zieht sich auf Bun­des­an­lei­hen mit ei­ner Lauf­zeit von acht bis drei­zehn Jah­ren – am Di­ens­tag 36 Ba­sis­punk­te auf 162,6%. Das Han­dels­vo­lu­men war zu­min­dest am Vor­mit­tag ver­gleichs­wei­se hoch.

Ob der stei­gen­de Öl­preis bei der In­fla­ti­on für ei­ne Über­ra­schung sor­gen wird, frag­te sich die Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB). Roh­öl der eu­ro­päi­schen Sor­te Brent ist seit dem Tief im Ja­nu­ar um 40% auf 39 $ pro Fass ge­stie­gen, die US-Sor­te WTI no­tiert 45% hö­her auf 38 $. «Mit Blick auf die Teue­rung be­deu­tet dies, dass die stark ne­ga­ti­ven Ba­sis­ef­fek­te lang­sam aus­lau­fen», er­läu­tert die ZKB. In den USA ha­be der «un­ter­lie­gen­de Teue­rungs­trend be­reits sicht­bar an­ge­zo­gen». Da­durch könn­te die Ge­samt­teue­rung in den kom­men­den Mo­na­ten stei­gen. «Aus un­se­rer Sicht sind die Fi­nanz­märk­te noch we­nig auf ein sol­ches Sze­na­rio vor­be­rei­tet.» Ei­ne hö­he­re Teue­rungs­ra­te könn­te die US-No­ten­bank Fed da­zu be­we­gen, den Leit­zins schnel­ler als er­war­tet hin­auf­zu­set­zen.

Der SNB kä­me dies ge­le­gen, auch wenn ihr Fo­kus auf der Zins­dif­fe­renz zwi­schen dem Fran­ken und dem Eu­ro liegt. Durch hö­he­re US-Zin­sen wür­de der Dol­lar als An­la­ge­wäh­rung at­trak­ti­ver. Das näh­me Druck vom Eu­ro und auch vom Fran­ken. Hier­zu­lan­de ist ein An­stieg des Kon­su­men­ten­preis­in­dex nicht in Sicht. Die SNB hat ih­re In­fla­ti­ons­pro­gno­se bei der vier­tel­jähr­li­chen La­ge­be­ur­tei­lung am 17. März «leicht nach un­ten ver­scho­ben». Die Vor­her­sa­ge wur­de für die­ses Jahr von –0,5 auf –0,8% ge­senkt und für das kom­men­de Jahr von 0,3 auf 0,1%.

Für die USA warn­te am Di­ens­tag der Chef­stra­te­ge von BlackRock, Richard Tur­nill, der sta­bi­le­re Öl­preis und der zu­neh­mend an­ge­spann­te Ar­beits­markt könn­ten die In­fla­ti­on – und auch die In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen – nach oben drü­cken. Zur Di­ver­si­fi­ka­ti­on des Porte­feuilles emp­fiehlt Tur­nill in­fla­ti­ons­ge­schütz­te US-Staats­an­lei­hen ( TIPS) und Gold. TIPS wa­ren be­reits zu­vor von der Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ge­sell­schaft Pim­co emp­foh­len wor­den.

Der­weil ha­ben im März bis­lang neun Zen­tral­ban­ken die Leit­zin­sen ge­senkt, rap­por­tiert J. P. Mor­gan As­set Ma­nage­ment. Seit dem Kon­kurs von Leh­man Brothers im Sep­tem­ber 2008 hät­ten No­ten­ban­ken welt­weit die Zin­sen mehr als 650 Mal her­ab­ge­setzt. Das sei im Durch­schnitt an je­dem drit­ten Han­dels­tag.

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