Wo sich früh­zei­tig Steu­ern zah­len noch lohnt

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Die meis­ten Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer ha­ben ih­re Steu­er­er­klä­rung ein­ge­reicht. Wer den vor­aus­sicht­lich fäl­li­gen Be­trag an den Fis­kus früh­zei­tig zahlt, er­hält vom kan­to­na­len Steu­er­amt Zin­sen. Bis­lang hat­te sich die­ses Vor­ge­hen meist ge­lohnt. Denn Steu­er­äm­ter wa­ren für gross­zü­gi­ge Zins­sät­ze be­kannt ge­we­sen – wenn auch nur im Rah­men der vor­aus­sicht­li­chen Steu­er­schuld. Zu ho­he Ein­zah­lun­gen wer­den zu­rück­ge­wie­sen.

Al­ler­dings ha­ben sich auch beim Fis­kus die Zei­ten ge­än­dert. Nach deut­li­chen An­pas­sun­gen vor Jah­res­frist re­du­zie­ren für das lau­fen­de Jahr er­neut 13 Kan­to­ne – al­so je­der zwei­te – den Ver­gü­tungs­zins um 0,05 bis 1,5% (vgl. Ta­bel­le un­ten).

Die gröss­te An­pas­sung nahm der Kan­ton Ob­wal­den vor, der 2015 noch den höchs­ten Zins ver­gü­tet hat­te. Der Satz wur­de von 2 auf 0,5% ge­senkt. Eben­falls zu ei­ner deut­li­chen Kor­rek­tur sa­hen sich die Kan­to­ne Zürich, Zug und Nid­wal­den ge­zwun­gen. Sie nah­men den Zins­satz zum Vor­jahr um 1 Pro­zent­punkt zu­rück.

Neu lie­gen die vier Kan­to­ne Ap­pen­zell In­ner- und Aus­ser­rho­den, Neu­en­burg und Schwyz mit 1% an der Spit­ze der Rang­lis­te der bes­ten Zins­zah­ler. Da­hin­ter fol­gen acht Kan­to­ne, die vor­zei­ti­ge Steu­er­ein­zah­lun­gen mit 0,5% ver­gü­ten. Ei­nen Spe­zi­al­fall bil­den die Kan­to­ne Glarus und Grau­bün­den, die den Ver­gü­tungs­zins im ei­gent­li­chen Sinn nicht ken­nen.

Üb­li­cher­wei­se wird ei­ne früh­zei­ti­ge Steu­er­ein­zah­lung bis En­de Sep­tem­ber ver­zinst. Al­ler­dings ist das Pro­ze­de­re kan­to­nal ge­re­gelt und kann des­halb un­ter­schied­lich ge­hand­habt wer­den.

Trotz der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich ge­sun­ke­nen Kon­di­tio­nen kann es sich noch im­mer loh­nen, Steu­ern früh­zei­tig ein­zu­zah­len. Mit Aus­nah­me des Kan­tons Zug lie­gen die Zins­sät­ze der Steu­er­äm­ter teils deut­lich über de­nen von Pri­vat­kon­ten der Ban­ken, die sich nur noch knapp ober­halb von 0% be­fin­den.

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