Pa­na­ma

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Der Zolls­tem­pel macht’s, dass der Pa­na­ma­hut heisst, wie er heisst – ob­wohl er aus Ecua­dor kommt. Einst wa­ren die meis­ten Gü­ter, die in Süd­ame­ri­ka oh­ne Be­tei­li­gung ame­ri­ka­ni­scher Un­ter­neh­men her­ge­stellt und nach den USA ver­schifft wur­den, zen­tral in Pa­na­ma zu ver­zol­len. So kam der

hand­ge­fer­tig­te Stroh­hut schon in den 1830er Jah­ren zu sei­nem Na­men. Wäh­rend des «Gold Rush» ab 1848 reis­ten vie­le Glücks­rit­ter per Seg­ler oder Damp­fer via die Meer­enge vom Os­ten der USA auf die Län­de­rei­en des Schwei­zer Ge­ne­rals Sut­ter nach Ka­li­for­ni­en. Der Weg vom At­lan­tik zum Pa­zi­fik muss­te noch zu Land be­wäl­tigt wer­den; manch an­ge­hen­der Schür­fer kauf­te sich bei der Ge­le­gen­heit ei­ne schi­cke Kopf­be­de­ckung, was bes­te Wer­bung war. Auch un­se­rer Ta­ge müs­sen Tou­ris­ten, wie hier in Pa­na­ma Ci­ty, das ver­meint­lich lan­des­ty­pi­sche Sou­ve­nir ein­fach ha­ben. Und es gibt im­mer noch Men­schen aus al­ler Welt, die das Gold­fie­ber un­ter den dis­kre­ten Schat­ten der Mar­ke Pa­na­ma treibt. Sie su­chen nicht mehr nach ei­nem Schatz, son­dern nach ei­nem Ver­steck da­für. Ger­ne in Form un­durch­sich­ti­ger Fir­men­ge­flech­te, farb­lich von blü­ten­weiss über grau bis schwarz. Be­hü­tet von Stroh­män­nern – dies­mal ori­gi­nal, Ma­de in Pa­na­ma.

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