Wür­zi­ge Re­zep­tur

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In ei­ne bra­si­lia­ni­sche Spi­tal­ket­te und in ei­nen in­di­schen Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rer mit­in­ves­tiert zu sein, ist ganz nach dem Kon­zept der An­la­ge­ge­sell­schaft Spice Pri­va­te Equi­ty (SIX: SPCE, Kurs 26.10 $, Bör­sen­wert 139 Mio. $). Die wür­zi­ge Re­zep­tur ist dar­auf aus­ge­legt, sich am Pri­vat­markt von Schwel­len­län­dern Asi­ens, Latein­ame­ri­kas und Afri­kas aus­ser­halb der Bör­sen an ex­pan­si­ven Fir­men zu be­tei­li­gen.

Mitt­ler­wei­le sind 68 Mio. $ di­rekt und in­di­rekt in pri­va­te Un­ter­neh­men ge­lei­tet, die aus­ge­prägt von der Nach­fra­ge der auf­stre­ben­den Mit­tel­klas­se sol­cher Län­der pro­fi­tie­ren. Weil Spice als Dach­fonds ko­tiert ist, kön­nen pri­va­te An­le­ger an der kom­ple­xen il­li­qui­den An­la­ge­klas­se teil­ha­ben, die sonst in­sti­tu­tio­nel­len Gross­an­le­gern vor­be­hal­ten ist.

Be­zug zu Jor­ge Le­mann

Die Ge­schäfts­idee von Spice Pri­va­te Equi­ty ent­wi­ckelt hat der bra­si­lia­ni­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter GP In­vest­ments, zu des­sen Grün­dern der Schweiz-Bra­si­lia­ner Jor­ge Pau­lo Le­mann ge­hört (u. a. am Bier­rie­sen AB In­Bev be­tei­ligt). GP ist zu­sam­men mit New­bury Part­ners be­stim­men­de Spice-Ak­tio­nä­rin.

Die Ver­wer­fun­gen an den Fi­nanz­märk­ten der Schwel­len­län­der wür­den güns­ti­ge Ge­le­gen­hei­ten er­öff­nen, sagt Da­vid Salim von GP Ad­vi­sors: «Oft sind die ge­for­der­ten Prei­se noch zu hoch.»

Das Team mit vier Per­so­nen in Zürich wird ge­mäss Salim von zwan­zig Spe­zia­lis­ten bei GP In­vest­ments in Bra­si­li­en un­ter­stützt. Von In­ter­es­se sei­en nur De­als, de­ren Ge­schäfts­plä­ne oder Port­fo­li­os ei­ne jähr­li­che Wert­stei­ge­rung von 17,5 bis 20% in Aus­sicht stellten.

2015 ha­be das In­vest­ment­port­fo­lio 35% an Wert ge­won­nen. Das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen mehr­te sich aber nur 3%, weil es noch mehr­heit­lich aus li­qui­den Mit­teln be­steht so­wie ei­ner Geld­for­de­rung. Die­se be­ruht auf dem Ver­kauf frü­he­rer Port­fo­li­os an ei­nen Fonds des US-Ver­mö­gens­ver­wal­ters Blacks­to­ne. «Die Wert­hal­tig­keit der For­de­rung er­ach­ten wir als ge­si­chert», be­tont Salim.

30% un­ter dem Schätz­wert

Die an der SIX in Dol­lar ge­han­del­ten Ak­ti­en no­tie­ren 30% un­ter dem in­ne­ren Wert bzw. dem Port­fo­li­o­schätz­wert (NAV, Net As­set Va­lue). Die Grün­de dürf­ten in der be­schränk­ten Trans­pa­renz zu Port­fo­lio und An­la­ge­leis­tung so­wie am Streu­be­sitz von nur et­wa 30% lie­gen.

Be­las­tend sind über­dies die Be­triebs­kos­ten. An den Pri­vat­märk­ten ge­eig­ne­te Un­ter­neh­mens­an­tei­le bzw. pas­sen­de Fonds­be­tei­li­gun­gen zu fin­den, setzt ein auf­wen­di­ges Se­lek­ti­ons­vor­ge­hen vor­aus. Ge­mäss Salim ma­chen die lau­fen­den Kos­ten jähr­lich rund 3% des Ge­sell­schafts­ver­mö­gens aus: «Ziel ist, den Kos­ten­satz auf 2% zu drü­cken.»

Bis En­de 2017 sol­len wei­te­re min­des­tens 100 Mio. $ in den Ziel­märk­ten an­ge­legt sein, wo­mit der In­ves­ti­ti­ons­grad des Ge­samt­ver­mö­gens von 30% auf über 75% stie­ge. In Fra­ge kom­men Fir­men­buy­outs wie auch Be­tei­li­gun­gen zur Ex­pan­si­ons­fi­nan­zie­rung. «Nach voll­stän­di­ger Geld­an­la­ge dürf­te der Ge­sell­schafts­wert jähr­lich 10 bis 15% zu­neh­men», stellt Salim in Aus­sicht.

En­ga­ge­ments in die Spice-Ak­ti­en set­zen die Be­reit­schaft vor­aus, jah­re­lang in­ves­tiert zu blei­ben. Die Pa­pie­re han­deln oft auf ge­rin­gem Vo­lu­men, wes­halb es leicht zu er­ra­ti­schen Kurs­ver­än­de­run­gen kommt. Der Dis­count der Ak­ti­en mag lo­cken, aber der Ab­schlag kann dau­er­haft hoch blei­ben.

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