Ja­pans vo­la­ti­le Zins­kur­ve

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Im Kampf ge­gen die De­fla­ti­on hat die Bank of Ja­pan (BoJ) ih­ren Mass­nah­men­ka­ta­log im Ja­nu­ar über­ra­schend er­wei­tert und Ne­ga­tiv­zin­sen ein­ge­führt. So sol­len Über­schuss­re­ser­ven von Ban­ken bei der Zen­tral­bank ab ei­nem Vo­lu­men von 10 Bio. Yen (75 Mrd. Fr.) mit ei­nem Zins von –0,1% be­las­tet wer­den. Be­reits im Ok­to­ber 2014 hat­te die BoJ ihr Sti­mu­lus­pro­gramm auf 80 Bio. Yen (rund 600 Mrd. Fr.) jähr­lich aus­ge­wei­tet.

Im Blick hat BoJ-Gou­ver­neur Ha­r­u­hi­ko Ku­ro­da ei­ne Jah­res­teue­rung von 2%. Doch ein Er­folg zeich­net sich nicht ab: Im Fe­bru­ar lag die Jah­res­teue­rung bei le­dig­lich 0,3%.

Für Tur­bu­len­zen sor­gen die Mass­nah­men der BoJ hin­ge­gen am Ob­li­ga­tio­nen- markt. Kurz nach Ein­füh­rung der Ne­ga­tiv­zin­sen fie­len die Ren­di­ten von zehn­jäh­ri­gen ja­pa­ni­schen Staats­an­lei­hen un­ter die Markt­zin­sen am kur­zen En­de (vgl. Grafik un­ten). Die Zins­kur­ve ist da­mit in­vers (vgl. Text­box links).

Die mas­si­ven An­lei­hen­käu­fe der ja­pa­ni­schen No­ten­bank drän­gen In­ves­to­ren auf der Su­che nach po­si­ti­ven Ren­di­ten in im­mer län­ge­re Lauf­zei­ten. Mitt­ler­wei­le wei­sen An­lei­hen bis zu zwölf Jah­ren ei­ne ne­ga­ti­ve Ren­di­te auf.

Weil sich An­le­ger nicht von Bonds tren­nen wol­len, die noch ei­nen Zins ab­wer­fen, ver­knappt sich das An­ge­bot am lan­gen En­de zu­sätz­lich. Das bringt die Zin­sen wei­ter un­ter Ab­wärts­druck.

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