We­nig Hoff­nung für Öl

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASAL­LE BROKERAGE AG,

Nach ei­ner Er­ho­lungs­pha­se sin­ken die Ener­gie­prei­se wie­der.

Die Stim­mung an den Roh­stoff­märk­ten ist schlecht. Al­le Wa­r­ensek­to­ren ste­hen un­ter Ver­kaufs­druck und nur ganz we­ni­ge Fu­tures wei­sen ein po­si­ti­ves Vor­zei­chen auf. Hat­ten die Ener­gie­märk­te in der Er­ho­lungs­pha­se der ver­gan­ge­nen Mo­na­te ei­ne Füh­rungs­rol­le über­nom­men, so tru­gen sie in den letz­ten Ta­gen we­sent­lich zum Preis­zer­fall bei.

Eu­ro­päi­sche Roh­öl-Fu­tures auf die Sor­te Brent ver­bil­lig­ten sich ver­gan­ge­ne Wo­che um knapp 8%. Eu­ro­päi­sches Heiz­öl (Ga­soil), das wie Brent an der In­ter­con­ti­nen­tal Ex­ch­an­ge ICE ge­han­delt wird, sack­te gar ge­gen 10% ab. An den Öl­märk­ten scheint sich die Er­kennt­nis durch­zu­set­zen, dass bei ei­nem Ein­frie­ren der ge­gen­wär­ti­gen För­der­men­gen ei­ne Über­ver­sor­gung be­ste­hen bleibt, was kaum als preis­stüt­zend in­ter­pre­tiert wer­den kann.

So scheint der Op­ti­mis­mus im Vor­feld des Do­ha-Mee­tings von För­der­län­dern am 17. April prag­ma­ti­scher Beur­tei­lung ge­wi­chen zu sein. Es droht gar die Ge­fahr, dass sich die Stim­mung nach dem Do­ha-Tref­fen ver­schlech­tert und die Kur­se ge­gen die Tief­wer­te von An­fang Jahr ab­schwä­chen könn­ten. Die Tat­sa­che, dass in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten der Zuf­luss spe­ku­la­ti­ver Gel­der in die Ener­gie- märk­te mar­kant zu­ge­nom­men hat, birgt die Ge­fahr, dass im Fall von Po­si­ti­ons­li­qui­da­tio­nen ei­ne Preisla­wi­ne aus­ge­löst wird.

An den Edel­me­tall­märk­ten herrscht wei­ter­hin er­höh­te Preis­vo­la­ti­li­tät. Zwar lie­gen auch hier die Kur­se et­was un­ter dem Vor­wo­chen­ni­veau, die Märk­te re­agie­ren aber höchst sen­si­bel auf Kon­junk­tur- und Zins­er­war­tun­gen.

Bei den Ge­nuss­mit­teln hat nach den ein­drück­li­chen Preis­stei­ge­run­gen des letz­ten Mo­nats nun ei­ne Trend­um­kehr statt­ge­fun­den. New Yor­ker Kaf­fee-Fu­tures no­tie­ren wie­der knapp über 1.20 $ pro Pfund, nach­dem der­sel­be promp­te Lie­fer­ter­min noch vor zehn Ta­gen mehr als 1.36 $ ge­kos­tet hat­te.

Roh­zu­cker-Fu­tures, die sich von Mit­te Fe­bru­ar bis En­de März mehr als 30% auf 16,74 US-Cent pro Pfund ver­teu­ert hat­ten, sind in we­ni­gen Ta­ge wie­der auf 14.60 zu­rück­ge­fal­len. Un­ter­stüt­zen­den Markt­fun­da­men­ten wie et­wa Tro­cken­heit in Thai­land und In­di­en ste­hen rie­si­ge spe­ku­la­ti­ve Long­po­si­tio­nen ge­gen­über. So droht auch hier die Ge­fahr, dass Li­qui­da­tio­nen zu­sätz­li­chen Preis­druck aus­lö­sen könn­ten.

An den Ge­trei­de­märk­ten sorg­te letz­ten Don­ners­tag das US-Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um (USDA) für ei­nen Pau­ken­schlag. Mit gros­ser Span­nung war die wich­ti­ge An­bau­flä­chen­schät­zung für Früh­lings­aus­saat er­war­tet wor­den. Da­bei über­rasch­te das USDA mit ei­ner deut­lich hö­he­ren Schät­zung der Mais­an­bau­flä­che. An­stel­le der er­war­te­ten knapp 90 Mio. Acres (36,4 Mio. Hekt­ar) schätzt das USDA die Flä­che auf 93,6 Mio. Acres (37,88 Mio. Hekt­ar). Wäh­rend die So­ja­flä­che leicht un­ter den Er­war­tun­gen das Han­dels aus­fiel, be­ab­sich­ti­gen Far­mer in den USA mit 49,5 Mio. Acres deut­lich we­ni­ger Wei­zen als die er­war­te­ten 51,7 Mio. Acres an­zu­bau­en. Bei Mais hat der Be­richt zu ei­nem Kurs­ein­bruch ge­führt. Die Aus­saat be­ginnt in den kom­men­den Wo­chen, und Preis­ver­än­de­run­gen kön­nen die ef­fek­ti­ven Auf­bau­flä­chen noch im­mer be­ein­flus­sen.

Nun wird be­reits da­von aus­ge­gan­gen, dass die mo­men­tan tie­fe­ren Mai­s­prei­se den So­ja­an­bau be­güns­ti­gen dürf­ten. Hier wird aber das Wetter wäh­rend der Aus­saat ei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­len. Wet­ter­be­ding­te Ver­zö­ge­run­gen bei der Mais­aus­saat wird die So­ja­flä­che er­hö­hen, da So­ja noch spä­ter an­ge­baut wer­den kann. Prä­zi­se­re Da­ten wer­den vom USDA aber erst En­de Ju­ni pu­bli­ziert.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.