Früh­lings­op­ti­mis­mus

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - CLAU­DE MAR­TIN CAMIN

Un­be­streit­bar hat 2016 ziem­lich schlecht be­gon­nen: Ein dro­hen­der Rück­gang des welt­wei­ten Wachs­tums und ei­ne mög­li­che neu­en Ban­ken­kri­se sorg­ten für Ve­r­un­si­che­rung. In die­sem Um­feld lit­ten Wandelanleihen na­tür­lich un­ter den Kurs­kor­rek­tu­ren an den Ak­ti­en­märk­ten und ge­rie­ten durch den An­stieg des Kre­dit­ri­si­kos (ein Per­for­man­ce­trei­ber) un­ter Druck. So liegt der ECI Eu­ro­pe, bei –4,24% seit Jah­res­an­fang, im Ver­gleich zu –8,36% des Eu­ro Sto­xx 50. Wandelanleihen be­wei­sen ih­re kon­ve­xe Ei­gen­art, da sie den Rück­gang an den Ak­ti­en­märk­ten über zwölf Mo­na­te bis En­de März 2016 ge­dämpft ha­ben (–4,3% des ECI Eu­ro­pe ge­gen­über –16,7% beim Eu­ro Sto­xx 50) und seit fünf Jah­ren mit +4,3% bes­ser ab­schnei­den als Ak­ti­en (+3,8%).

Der mit dem Früh­ling zu­rück­ge­kehr­te Op­ti­mis­mus geht ei­ner­seits auf den Öl­sek­tor und an­de­rer­seits dar­auf zu­rück, dass meh­re­re Zen­tral­ban­ken (EZB, BoJ und PBoC) ex­pan­siv blei­ben. Dies dürf­te nach un­se­rem Ba­sis­sze­na­rio ei­ne Neu­po­si­tio­nie­rung in Rich­tung ris­kan­te Ver­mö­gens­wer­te wie Wandelanleihen er­lau­ben. So ver­folgt die EZB durch die er­wei­ter­ten An­lei­hen­käu­fe ei­ne Geld­po­li­tik, die ei­ne Ve­ren­gung der Spreads för­dert. Die EZBMass­nah­me ist gut für das Um­feld der Eu­ro­zo­ne ge­eig­net und zielt dar­auf ab, Kon­sum und In­ves­ti­tio­nen durch ei­ne Sen­kung der Kre­dit­kos­ten zu för­dern. Die Nach­fra­ge der nach Ren­di­te stre­ben­den An­le­ger dürf­te sich da­mit auf das eu­ro­päi­sche Hoch­zins­seg­ment ver­schie­ben. Da das Wan­del­an­lei­hen­uni­ver­sum zu über 60% aus Hoch­zins- und nicht no­tier­ten Ti­teln be­steht, ist das ei­ne gu­te Nach­richt.

Letzt­lich, und das ist der wich­tigs­te Punkt, wur­de die Be­wer­tung von be­stimm­ten Wandelanleihen durch die rück­läu­fi­gen Märk­te ge­dämpft. Dies wirk­te sich güns­tig auf de­ren Pro­fil aus: Es wur­de kon­ve­xer (67% des Seg­ments per En­de März). Die­se Er­hö­hung der Kon­ve­xi­tät so­wie Be­wer­tun­gen, die nach un­se­rer Ana­ly­se im Durch­schnitt ge­rin­ger aus­fal­len dürf­ten, schei­nen ei­nen güns­ti­gen tak­ti­schen Ein­stiegs­zeit­punkt in die­se An­la­ge­klas­se zu bie­ten, zu­mal das Um­feld künf­tig durch struk­tu­rel­le Vo­la­ti­li­tät ge­kenn­zeich­net sein wird.

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