So­li­der Ab­schluss

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - SENER ARSLAN

Die In­ves­to­ren wer­den aber ner­vös und Kurs­kor­rek­tu­ren häu­fi­ger.

Die Märk­te ha­ben das vo­la­ti­le ers­te Quar­tal so­li­de be­en­det. Wäh­rend zum Jah­res­an­fang die Sor­gen um das glo­ba­le Wachs­tum, die Angst vor ei­ner US-Re­zes­si­on und der tie­fe Öl­preis die Märk­te do­mi­nier­ten, hiel­ten die Zen­tral­ban­ken er­neut zu­sam­men da­ge­gen. In der zwei­ten Hälf­te des Quar­tals er­hol­ten sich mehr­heit­lich die Ak­ti­en­in­di­zes welt­weit wie­der. Welt­weit sind 28 Län­der in ei­nem Bul­len­markt, wei­te­re zehn auf dem Weg dort­hin, wäh­rend noch En­de Ja­nu­ar 40 Märk­te Kurs­ver­lus­te aus­wie­sen.

Aufs Jahr be­trach­tet, ren­tiert der US-Ak­ti­en­markt wie­der po­si­tiv, wäh­rend Eu­ro­pa und Ja­pan noch weit in der Ver­lust­zo­ne ste­cken. Der S&P 500, hat über die ver­gan­ge­nen zehn Mo­na­te zwar kei­ne neu­en Hochs er­reicht, er ist aber auch nicht in die Bais­se ge­fal­len. Zu­letzt gab es ei­nen sol­chen In­dex­ver­lauf 1995. Ob­wohl die Vo­la­ti­li­tät, ge­mes­sen am VIX, sich der­zeit bei 14 auf sehr tie­fen Ni­veau be­wegt, gibt es schon wie­der täg­li­che Aus­schlä­ge von über 1% in bei­de Rich­tun­gen. Im lau­fen­den Jahr hat sich der S&P 500 an 26 Han­dels­ta­gen um mehr als 1% be­wegt.

Ner­vö­se In­ves­to­ren

Die­se Vo­la­ti­li­tät und die ho­hen Be­wer­tun­gen der Ak­ti­en, ver­bun­den mit schwin­dem­den Er­trags­wachs­tum der Un­ter­neh­men, ma­chen die In­ves­to­ren ner­vös. Ab­flüs­se aus Ak­ti­en­fonds sind ent­spre­chend hoch. Die er­wei­ter­ten An­lei­hen­käu­fe der EZB er­mög­lich­ten kurz­fris­tig ei­ne Ral­ly an den eu­ro­päi­schen Märk­ten, je­doch ist der Eu­ros­to­xx 600 auf Jah­res­ba­sis nach wie vor mit 9,7% im Mi­nus.

Ja­pan kämpft sei­ner­seits mit ei­nem im­mer stär­ker wer­den­den Yen und schwä­che­ren Kon­junk­tur­da­ten, wie aus dem jüngs­ten Tank­an-Be­richt her­vor­geht. In den ver­gan­ge­nen sechs Ta­gen ist der Nik­kei noch­mals 8,4% ge­fal­len und han­delt jetzt 17,5% tie­fer als zu Jah­res­an­fang. In den Ent­wick­lungs­län­dern ha­ben sich vor al­lem der tür­ki­sche BIST (+16,3%), der bra­si­lia­ni­sche Bo­ve­s­pa (+12,5%) und der rus­si­sche RTSI (+11,9%) po­si­tiv ent­wi­ckelt.

Die Spreads auf US-Hoch­zins­an­lei­hen sind von 850 Bp im Fe­bru­ar auf 705 Bp zu­rück­ge­kom­men. Dies hat sich deut­lich po­si­tiv auf die Ren­di­teent­wick­lung die­ser Pa­pie­re aus­ge­wirkt. Den­noch ha­ben In­ves­to­ren die Zah­lungs­aus­fäl­le der Un­ter­neh­men im Öl­sek­tor vor Au­gen. Des­we­gen sind wir vom Spre­ad­t­ief von 343 Bp im Som­mer 2014 weit ent­fernt. Quar­tals­wei­se be­trach­tet, ren­tier­ten An­lei­hen der Ent­wick­lungs­län­der, vor al­lem die in Lo­kal­wäh­rung, sehr gut.

Yen im Hö­hen­flug

Wie im Chart links er­sicht­lich, han­delt der ja­pa­ni­sche Yen der­zeit auf ei­nem 17-Mo­nats-Hoch. Un­ter den Haupt­wäh­run­gen hat sich der Yen am bes­ten ent­wi­ckelt, ob­wohl die Bank von Ja­pan (BoJ) über­ra­schend ne­ga­ti­ve Zin­sen ein­ge­führt hat und BoJ-Vor­sit­zen­der Ha­r­u­hi­ko Ku­ro­da den Yen ver­bal zu schwä­chen ver­sucht. Ein star­ker Yen min­dert die At­trak­ti­vi­tät ja­pa­ni­schen Ak­ti­en, und bei ne­ga­ti­ven Zin­sen bis zu zehn Jah­ren Lauf­zeit, sind die Ob­li­ga­tio­nen auch nicht at­trak­tiv. Ver­mut­lich wird die­se Ent­wick­lung den Yen in nächs­ter Zeit wie­der schwä­chen.

Die US-No­ten­bank (Fed) be­müht sich wei­ter­hin um die «die rich­ti­ge Bot­schaft». Fed-Che­fin Ja­net Yel­len hat ein­mal mehr be­tont, bei Zins­er­hö­hun­gen vor­sich­ti­ger vor­zu­ge­hen. Der Markt er­war­tet nun frü­hes­tens im Sep­tem­ber oder No­vem­ber ei­ne wei­te­re Zins­er­hö­hung. Vor die­sem Hin­ter­grund hat sich der Dol­lar wie­der ab­ge­schwächt.

Die Che­fin des In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF), Chris­ti­ne La­g­ar­de, hat in Frankfurt er­neut auf die Not­wen­dig­keit struk­tu­rel­ler Re­for­men hin­ge­wie­sen, um das Wachs­tum der glo­ba­len Wirt­schaft zu be­le­ben. In den ver­gan­ge­nen sechs Mo­na­ten sei das Wachs­tums­ri­si­ko noch­mals ge­stie­gen.

Ob­wohl die Märk­te wei­ter auf die Un­ter­stüt­zung der Zen­tral­ban­ken zäh­len kön­nen, ist es frag­lich wie lan­ge die­se die Volks­wirt­schaf­ten und Fi­nanz­märk­te wei­ter stüt­zen kön­nen. Ver­mut­lich wer­den wir Kor­rek­tu­ren wie im Au­gust des ver­gan­ge­nen und zu Be­ginn des lau­fen­den Jah­res in den kom­men­den Mo­na­ten noch öf­ter er­le­ben.

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