Die SNB ist für das ers­te Quar­tal auf Ge­winn­kurs

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Die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) kann für das ers­te Quar­tal ei­nen Ge­winn ver­bu­chen, schätzt Öko­nom Do­mi­nik Stu­der von UBS, und die­ser be­tra­ge 4 bis 7 Mrd. Fr. Das ist er­freu­lich, denn im Ge­schäfts­jahr 2015 er­litt die SNB ei­nen Ver­lust von 23 Mrd. Fr., nach dem Re­kord­ge­winn ein Jahr zu­vor von 38 Mrd. Fr. Haupt­grund für die hef­ti­gen Schwan­kun­gen der Er­geb­nis­se sind die Wech­sel­kur­se.

Der De­vi­sen­markt hat der Na­tio­nal­bank im ers­ten Quar­tal ei­ne Ein­bus­se be­schert. Schon klei­ne Wech­sel­kurs­än­de­run­gen ha­ben ei­nen grossen Ein­fluss, denn der Fremd­wäh­rungs­be­stand in der Bi­lanz ist rie­sig. Er stieg im Ver­lauf des ver­gan­ge­nen Jah­res von 510 Mrd. auf 593 Mrd. Fr., das ent­spricht 93% des Brut­to­in­land­pro­dukts. Die SNB hält 43% ih­rer De­vi­sen in Eu­ro, 33% in Dol­lar, je 7% in Yen und Pfund und da­zu wei­te­re Wäh­run­gen.

Auch die Ak­ti­en­an­la­gen ver­lo­ren im ers­ten Quar­tal an Wert. Ei­nen Er­trag ver­bucht hat die SNB mit den Gold­re­ser­ven, de­ren Wert in Fran­ken 11% stieg. Dank der un­er­war­tet stark ge­fal­le­nen Zin­sen sind zu­dem die Kur­se der An­lei­hen im SNBPorte­feuille ge­stie­gen. Per sal­do re­sul­tiert der ver­an­schlag­te Ge­winn (vgl. Gra­fik).

Da­mit er­holt sich das Ei­gen­ka­pi­tal im Ver­hält­nis zur Bi­lanz­sum­me. Die Quo­te schmolz nach dem Fran­ken­schock auf 5,9%, nun liegt sie über 10%. An­ders als ei­ne Ge­schäfts­bank kann die SNB zwar auch oh­ne Ei­gen­ka­pi­tal ope­rie­ren, so wie das die Zen­tral­ban­ken Tsche­chi­ens und Chi­les jah­re­lang vor­ex­er­zier­ten. Doch die Na­tio­nal­bank könn­te da­durch an Glaub­wür­dig­keit ver­lie­ren und un­ter po­li­ti­schen Druck ge­ra­ten. Sie pu­bli­ziert den Quar­tals­be­richt am 28. April.

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