Hin­der­nis­se vor der GV

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Wer Ak­tio­när ist, er­hält Zu­tritt zur Ge­ne­ral­ver­samm­lung. Was auf den ers­ten Blick sim­pel klingt, kann sich oft als Knack­nuss er­wei­sen. Denn al­lein die Tat­sa­che, dass man ei­ne oder meh­re­re Ak­ti­en ei­ner Ge­sell­schaft ge­kauft hat, be­rech­tigt noch nicht zwin­gend zum Be­such der GV. Bei Ge­sell­schaf­ten, die Na­men­ak­ti­en her­aus­ge­ge­ben ha­ben, müs­sen die Ei­gen­tü­mer im Ak­ti­en­re­gis­ter ein­ge­tra­gen sein. Oh­ne Ein­trag gibt es kei­ne Ein­la­dung und auch kei­ne Ein­tritts­kar­te. Da­bei muss man wis­sen, dass der Kauf ei­ner Ak­tie nicht in je­dem Fall gleich­be­deu­tend mit dem ent­spre­chen­den Ein­trag ist.

Ent­schei­dend ist da­bei, bei wel­cher Bank der In­ves­tor sein Wert­schrif­ten­de­pot hält und wel­che Ver­ein­ba­run­gen er bei der Er­öff­nung ein­ge­gan­gen ist. Die grös­se­ren Ban­ken er­mög­li­chen in der Re­gel be­reits bei der De­po­t­er­öff­nung, ei­ner all­ge­mei­nen Ein­tra­gungs­er­mäch­ti­gung zu­zu­stim­men. An­dern­falls kön­nen Kun­den nach je­dem Kauf von Na­men­ak­ti­en ein­zeln ent­schei­den, ob man den Re­gis­ter­ein­trag wünscht.

Von die­ser Vor­ge­hens­wei­se wei­chen ein­zel­ne An­bie­ter, ins­be­son­de­re die Dis­coun­tBro­ker, ab. Bei Swiss­quo­te müs­sen Kun­den den Ein­trag ins Re­gis­ter on­li­ne be­an­tra­gen. An­de­re De­po­t­an­bie­ter kön­nen für die­sen Ser­vice ei­ne Ge­bühr ver­lan­gen. Ak­tio­nä­re soll­ten im Vor­feld über­prü­fen, wie ih­re De­pot­bank die Ein­tra­gung hand­habt und ob sie da­für Ge­büh­ren er­hebt.

Wer an ei­ner GV teil­neh­men will, muss eben­falls ge­wis­se zeit­li­che Fris­ten be­ach­ten. Es ge­nügt nicht, kurz vor der Ver­samm­lung ei­ne Ak­tie zu er­wer­ben und sich ein­tra­gen zu las­sen. Im Ob­li­ga­tio­nen­recht ist der Zeit­rah­men nicht ex­pli­zit de­fi­niert. So steht es je­dem Un­ter­neh­men frei, in Ei­gen­re­gie ei­ne Frist für die Zu­las­sung zur GV fest­zu­le­gen. Die­se liegt ma­xi­mal zwan­zig Ta­ge vor der Ge­ne­ral­ver­samm­lung. Das ist je­ner Zeit­punkt, an dem die Ein­la­dun­gen spä­tes­tens ver­schickt wer­den müs­sen. Ak­ti­en­re­gis­terAn­bie­ter emp­feh­len den Un­ter­neh­men, das Re­gis­ter fünf bis sechs Ta­ge vor der je­wei­li­gen Ge­ne­ral­ver­samm­lung zu schlies­sen. Das er­mög­licht den Un­ter­neh­men, ih­ren Ak­tio­nä­ren per Post die Trak­tan­den­lis­ten und Zu­tritts­kar­ten zu ver­sen­den.

Vor­sicht müs­sen Ak­tio­nä­re bei zwei Son­der­si­tua­tio­nen wal­ten las­sen. Wer sein De­pot bei ei­ner Bank mit Sitz im Aus­land ver­wal­ten lässt, wird nicht au­to­ma­tisch im Ak­ti­en­re­gis­ter ein­ge­tra­gen. Dies muss spe­zi­fisch an­ge­for­dert wer­den und kann sich als zeit­auf­wen­dig er­wei­sen. Zu­dem ra­ten die Ak­ti­en­re­gis­ter­un­ter­neh­men da­von ab, in den Ta­gen vor der GV die De­pot­bank zu wech­seln. Da­bei ent­steht die Ge­fahr, dass man zur Un­zeit nicht im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist – näm­lich dann, wenn die ei­ne Bank die Strei­chung be­reits voll­zo­gen und die neue Bank noch nicht den Ein­trag ver­an­lasst hat.

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