Was sind Co­co?

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Con­tin­gent Con­ver­ti­ble Bonds (Co­co Bonds) sind nach­ran­gi­ge Schuld­ver­schrei­bun­gen, die als ei­ne Form von re­gu­la­to­ri­schem Ei­gen­ka­pi­tal (Ad­di­tio­nal Tier 1 und Tier 2) an­er­kannt sind. Sie ab­sor­bie­ren Ver­lus­te oder wer­den in Ak­ti­en ge­wan­delt, wenn das Ei­gen­ka­pi­tal der emit­tie­ren­den Bank un­ter ei­ne be­stimm­te Kern­ka­pi­tal­quo­te fällt. Ein Co­co Bond wird dann als re­gu­la­to­ri­sches Ei­gen­ka­pi­tal an­ge­rech­net, wenn er über ein Wand­lungs- oder Her­ab­schrei­bungs­ver­fah­ren ver­fügt und un­be­fris­tet ist. Zu­dem sind Kün­di­gung, Rück­zah­lung oder Rück­kauf durch den Emit­ten­ten nur mit vor­he­ri­ger Er­laub­nis der Ban­ken­auf­sicht mög­lich. Sie wird nur er­teilt, wenn das In­sti­tut zu die­sem Zeit­punkt über ge­nü­gend Ei­gen­mit­tel ver­fügt. Das Ra­ting ei­nes Co­co Bond ist ge­mäss der Ra­ting­agen­tur Stan­dard & Poor’s min­des­tens zwei bis drei Stu­fen un­ter dem her­kömm­li­chen Kre­dit­ra­ting und ist nicht über BBB+. Da Co­co Bonds zu­sätz­li­ches Kern­ka­pi­tal sind, wer­den sie von der je­wei­li­gen Fi­nanz­markt­be­hör­de über­wacht. Kün­di­gung, Rück­zah­lung oder Rück­kauf be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung der Auf­sichts­be­hör­de. Für Co­co Bonds ist das frü­hes­tens nach fünf Jah­ren mög­lich. Be­din­gung ist, dass die Bank über aus­rei­chen­de Ei­gen­mit­tel ver­fügt. Das gröss­te Ri­si­ko ei­nes Co­co-Bon­dHal­ters be­steht, wenn das Wert­pa­pier Ver­lus­te ab­sor­biert oder in Ak­ti­en ge­wan­delt wird. Der Aus­fall von Cou­pon­zah­lun­gen ist für den An­le­ger ein wei­te­res, schwer kal­ku­lier­ba­res Ri­si­ko. Der Emit­tent hat nach ei­ge­nem Er­mes­sen die Mög­lich­keit, Cou­pon­zah­lun­gen vor­über­ge­hend oder dau­er­haft aus­zu­set­zen, oder kann vom Regulator da­zu an­ge­hal­ten wer­den. Der Aus­fall der Cou­pon­zah­lun­gen ist un­ab­hän­gig da­von, ob das In­sti­tut ei­ne Di­vi­den­de be­zahlt.

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