Ka­kao­ge­schäft bleibt das Sor­gen­kind von Bar­ry Cal­le­baut

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM/INDUSTRIE - GA

Der Ka­kao- und Scho­ko­la­de­her­stel­ler ist mit un­ter­schied­li­chen Ge­schwin­dig­kei­ten un­ter­wegs. Im Scho­ko­la­de­ge­schäft ge­lan­gen dem Un­ter­neh­men im ers­ten Halb­jahr zwei­stel­li­ge Wachs­tums­ra­ten, das Ka­kao­ge­schäft da­ge­gen war rück­läu­fig ( Vo­lu­men mi­nus 7,8%).

Der Tem­poun­ter­schied macht sich im Um­satz und in der Er­trags­kraft be­merk­bar. CEO An­toi­ne de Saint-Af­fri­que er­war­tet des­halb für 2015/16 ein Zwi­schen­jahr in Sa­chen Pro­fi­ta­bi­li­tät. Das Vo­lu­men­wachs­tum dürf­te den Vor­ga­ben von 4 bis 6% ent­spre­chen, nach­dem im ers­ten Se­mes­ter ein Plus von 4,5% auf 933 327 Ton­nen er­reicht wur­de (Ge­samt­markt ge­mäss Niel­sen-Un­ter­su­chung mi­nus 2,6%). Der Kon­zern­um­satz im ers­ten Halb­jahr 5,6% (vgl. Ta­bel­le, plus 11,7% in Lo­kal­wäh­run­gen).

Im Ka­kao­ge­schäft, dem Bar­ry Cal­le­baut ei­ne Re­or­ga­ni­sa­ti­on ver­ord­net hat, sieht de Saint-Af­fri­que trotz Rück­gang ers­te Er­fol­ge. So rich­tig Früch­te tra­gen soll die Schlies­sung von Pro­duk­ti­ons­an­la­gen in Asi­en und der Ver­zicht auf zu we­nig ren­ta­ble Ge­schäf­te im Ge­schäfts­jahr 2016/17. Bis En­de Fe­bru­ar be­las­te­te das un­güns­ti­ge Ver­hält­nis zwi­schen Ver­kaufs­prei­sen von Ka­kao­but­ter und -pul­ver zu den Ein­kaufs­prei­sen der Ka­kao­boh­nen (Com­bi­ned Ra­tio) mit 20 Mio. Fr.

Die schwie­ri­ge Si­tua­ti­on auf dem Ka­kao­markt gab ne­ben dem star­ken Fran­ken den Aus­schlag, dass Be­triebs­ge­winn (Ebit) und Ge­winn im ers­ten Se­mes­ter zu­rück­gin­gen. Der Ebit pro Ton­ne sank auf 215 Fr. In der Ka­kao­s­par­te be­trug er aus­ser­or­dent­lich tie­fe 50 Fr.; 200 Fr. pro Ton­ne wer­den mit­tel­fris­tig an­ge­peilt.

Klar ver­bes­sert hat sich Bar­ry Cal­le­baut da­ge­gen in der Cash-Ge­ne­rie­rung. Der freie Cash­flow er­reich­te 220,4 Mio. Fr. Die von den In­ves­to­ren bis­her zu Recht kri­ti­sier­ten ho­hen Wer­te von Be­triebs­ka­pi­tal und Net­to­ver­schul­dung konn­ten deut­lich ge­senkt wer­den.

Für den wei­te­ren Ge­schäfts­ver­lauf ist das Ma­nage­ment zu­ver­sicht­lich. Die Mit­tel­frist­zie­le wur­den be­stä­tigt. So wird in den nächs­ten drei Jah­ren ein jähr­li­ches Ver­kaufs­men­gen­wachs­tum von 4 bis 6% an­ge­strebt so­wie ein dar­über lie­gen­des Ebit-Wachs­tum in Lo­kal­wäh­run­gen.

Von den In­ves­to­ren­gut auf­ge­nom­men wur­den die ers­ten Zei­chen, dass das Ka­kao­ge­schäft fit ge­trimmt wer­den kann, und die Re­duk­ti­on des Be­triebs­ka­pi­tals. Die Ak­ti­en rück­ten des­halb am Mitt­woch 8% vor. Die Va­lo­ren sind mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) von 22 für 2015/16 nicht güns­tig. Doch ent­spricht das KGV in et­wa dem lang­fris­ti­gen Durch­schnitt. An­le­ger mit ei­nem lan­gen Zeit­ho­ri­zont kön­nen ein En­ga­ge­ment er­wä­gen, denn das Ge­schäfts­mo­dell stimmt. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Bar­ry Cal­le­baut im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/BARN

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