Mehr Zu­ver­sicht

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Grund­la­ge für ei­ne Er­ho­lung ist ge­ge­ben.

«Ihr Hin und Her in der Bil­dungs­re­form und die Steu­er­er­hö­hung für Un­ter­neh­men sind bei den In­ves­to­ren nicht gut an­ge­kom­men», sagt Bach­mann. Zu­dem wur­de das Land von meh­re­ren Kor­rup­ti­ons­skan­da­len er­schüt­tert, in die so­gar die Schwie­ger­toch­ter der Prä­si­den­tin in­vol­viert war. Bach­mann ist je­doch zu­ver­sicht­lich, dass das Schlimms­te vor­bei ist. Die Bör­se no­tiert die­ses Jahr 6% im Plus, und der Pe­so hat sich sta­bi­li­siert.

Öl­baisse trifft Ko­lum­bi­en

In den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren wa­ren es vor al­lem die Wech­sel­kurs­ver­lus­te, die aus­län­di­schen An­le­gern in der Re­gi­on zu­ge­setzt ha­ben. Die schwächs­ten Wäh­run­gen seit Mit­te 2014 wa­ren mit Ein­bus­sen von rund ei­nem Drit­tel der bra­si­lia­ni­sche Re­al und der ko­lum­bia­ni­sche Pe­so. Wäh­rend Bra­si­li­en für ver­gan­ge­ne Feh­ler büsst (vgl. Ar­ti­kel links), wur­de Ko­lum­bi­en Op­fer sei­nes Er­folgs. Mit der in­ves­ti­ti­ons­freund­li­chen Po­li­tik war viel aus­län­di­sches Ka­pi­tal in die lo­ka­le Erd­öl- und Gas­in­dus­trie ge­flos­sen. So konn­te die För­der­men­ge in we­ni­gen Jah­ren ver­dop­pelt wer­den. Da­mit er­höh­te sich aber auch die Ab­hän­gig­keit vom Erd­öl­preis, was sich jetzt rächt.

«Mit dem Zer­fall der Erd­öl­prei­se ha­ben sich auch die Fun­da­men­tal­da­ten deut­lich ver­schlech­tert», sagt Mar­ce­lo As­sa­lin, Schwel­len­län­der­ex­per­te bei NN In­vest­ment Part­ners. Durch die Wäh­rungs­ab­wer­tung sind die Im­port­prei­se in die Hö­he ge­schos­sen, was sich nun in ei­ner er­höh­ten In­fla­ti­on von 8% be­merk­bar macht. Die Zen­tral­bank kann die Zin­sen nicht sen­ken. Auch der Re­gie­rung sind we­gen der an sich vor­bild­li­chen De­fi­zit­re­gel die Hän­de ge­bun­den. «Da die Ein­nah­men weg­ge­bro­chen sind, muss sie die Aus­ga­ben zu­rück­fah­ren und kann nicht an­ti­zy­klisch re­agie­ren», sagt As­sa­lin. Ko­lum­bi­en müs­se sein Wachs­tums­mo­dell neu er­fin­den, wenn der Öl­preis nied­rig blei­be. Auch Bach­mann hat im Fonds das En­ga­ge­ment in Ko­lum­bi­en re­du­ziert. Er glaubt aber an das lang­fris­ti­ge Po­ten­zi­al des Lan­des. «Ei­nen Schub für Ko­lum­bi­ens Wirt­schaft könn­te ein Durch­bruch im Frie­dens­pro­zess mit den Farc-Re­bel­len ge­ben.» Der­zeit lau­fen Ver­hand­lun­gen über ein Frie­dens­ab­kom­men, über das da­nach das Volk ab­stimmt.

Mit Ko­lum­bi­en auf Au­gen­hö­he be­wegt sich in punc­to Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung das An­den­land Pe­ru. Was das Wachs­tum des Brut­to­in­land­pro­dukts (BIP) be­trifft, hat Pe­ru aber über die letz­ten zehn Jah­re mit ei­ner durch­schnitt­li­chen rea­len Zu­wachs­ra­te von 6% al­le an­de­ren Län­der des Kon­ti­nents hin­ter sich ge­las­sen. Die Staats­ver­schul­dung ist mit 25% des BIP nied­rig, und die Re­gie­rung kann bei Be­darf die Kon­junk­tur sti­mu­lie­ren. An der Bör­se kam es zu­letzt je­doch zu hef­ti­gen Ka­prio­len. Denn we­gen der man­geln­den Li­qui­di­tät droht Pe­ru von ei­nem Emer­ging zu ei­nem Fron­tier Mar­ket her­ab­ge­stuft zu wer­den. Re­gie­rung und Zen­tral­bank set­zen al­les da­ran, die Rück­stu­fung zu ver­hin­dern. Pe­rua­ni­sche Ak­ti­en sind seit An­fang Jahr 20% ge­stie­gen. «Die jüngs­te Er­ho­lung am pe­rua­ni­schen Markt zeigt, dass man die­sen An­stren­gun­gen Er­folgs­aus­sich­ten zu­traut», sagt Bach­mann.

Sei­ne Ma­na­ger in­ves­tie­ren in Pe­ru un­ter an­de­rem in den Ze­ment­kon­zern Pa­cas­ma­yo. Er agiert in ei­nem Duo­pol und pro­fi­tiert da­von, wenn die Re­gie­rung in die In­fra­struk­tur in­ves­tiert. Auf der Kauf­lis­te der Fonds­häu­ser steht in der Re­gel auch Cre­di­corp, die gröss­te Bank des Lan­des. All­ge­mein ist laut Bach­mann das Bank­we­sen in die­sen Län­dern noch un­ter­ent­wi­ckelt, was Wachs­tums­po­ten­zi­al ver­heisst.

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