Der Ner­vo­si­tät ge­trotzt

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - AN­DRÉ RIE­SEN,

Das ers­te Quar­tal hat den ja­pa­ni­schen Ak­ti­en­markt arg ge­beu­telt. Ne­ben den ge­ne­rel­len markt­be­stim­men­den Fak­to­ren hat­te Ja­pan zu­neh­mend mit der Auf­wer­tung des Yen und der da­mit ein­her­ge­hen­den Ver­schlech­te­rung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu kämp­fen. Trotz Ein­füh­rung von Ne­ga­tiv­zin­sen der Bank von Ja­pan (BoJ) En­de Ja­nu­ar hat der Druck nicht nach­ge­las­sen, son­dern sich noch wei­ter ak­zen­tu­iert.

En­de März ha­ben zu­dem ent­täu­schen­de Kon­junk­tur­da­ten noch­mals für Ak­ti­en­kurs­ver­lus­te an der ja­pa­ni­schen Bör­se ge­sorgt. Trotz al­lem darf nicht aus­ser Acht ge­las­sen wer­den, dass mög­li­che BoJ-In­ter­ven­tio­nen ei­nen Über­ra­schungs­ef­fekt ber­gen, der be­trächt­li­ches Po­ten­zi­al im Ak­ti­en­markt ent­fes­seln kann.

Vor die­sem Hin­ter­grund kommt dem Wan­del­an­lei­hen­markt ei­ne be­son­de­re Auf­merk­sam­keit zu. Ge­ra­de in Zei­ten hö­he­rer Vo­la­ti­li­tät ge­winnt die Wert­si­che­rungs­kom­po­nen­te von Wan­del­an­lei­hen an Be­deu­tung. Das wur­de im ers­ten Quar­tal ein­mal mehr deut­lich: Aus­ge­gli­che­ne ja­pa­ni­sche Wan­del­an­lei­hen­port­fo­li­os schnit­ten rund 10% bes­ser ab als der Ak­ti­en­markt. Dass die­ses Er­geb­nis zu­sätz­lich mit ei­ner deut­lich nied­ri­ge­ren Vo­la­ti­li­tät er­zielt wur­de, ist eben­falls nicht un­er­heb­lich. Da­mit sich die­ser Wert­si­che­rungs­ef­fekt bei Ak­ti­en­kurs­ver­lus­ten auch ein­stellt, müs­sen Wan­del­an­lei­hen­port­fo­li­os zwei Ei­gen­schaf­ten er­fül­len.

Auf der ei­nen Sei­te be­darf es ei­nes Bond­floors ho­her Qua­li­tät, der mehr Si­cher­heit bie­tet, wenn die Fi­nanz­märk­te ge­ne­rell zu­neh­men­den Tur­bu­len­zen aus­ge­setzt sind. Auf der an­de­ren Sei­te muss das Port­fo­lio strikt aus­ge­wo­gen po­si­tio­niert sein, so­dass es ver­stärkt an stei­gen­den Ak­ti­en­kur­sen par­ti­zi­pie­ren kann – bei gleich­zei­ti­ger Re­du­zie­rung des Ver­lust­ri­si­kos in Bais­se­pha­sen.

Mit Blick nach vor­ne las­sen die Um­stän­de an­hal­tend ho­he Schwan­kungs­brei­ten er­war­ten, so­dass Wan­del­an­lei­hen ge­wis­ser­mas­sen dop­pelt von die­sem Markt­um­feld pro­fi­tie­ren wer­den. Ers­tens durch die ho­hen Schwan­kungs­brei­ten selbst und zwei­tens über ten­den­zi­ell an­stei­gen­de im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tä­ten, wel­che sich zu­neh­mend spür­bar auf die Preis­bil­dung in der Op­tio­na­li­tät aus­wir­ken.

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