Ar­che Noah

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Vor Zei­ten zürn­te der Herr und ver­hiess, zu «ver­til­gen von dem Erd­bo­den al­les Le­ben­di­ge, das ich ge­macht ha­be», mit­tels ei­ner Sint­flut. Er wies ei­nen ge­wis­sen Noah an, ei­nen Kahn zu bau­en und Tie­re an Bord zu neh­men, paar­wei­se. So über­stand die Schöp­fung die Was­ser­not am En­de doch.

Heute tref­fen die Men­schen oh­ne Ge­heiss von oben Vor­sor­ge. Im Glo­bal Seed Vault wer­den al­ler­dings nicht Tie­re ge­bun­kert, son­dern Saat­gut. Als ul­ti­ma­ti­ve Rück­ver­si­che­rung für den Fall von Krie­gen, Ka­ta­stro­phen, Be­völ­ke­rungs­zu­nah­me, Er­wär­mung der At­mo­sphä­re – sonst ha­ben wir am Jüngs­ten Tag wo­mög­lich nichts mehr zu beis­sen. Zwar hal­ten welt­weit über 1700 Gen­ban­ken Vor­rä­te von Nutz­pflan­zen­sa­men, doch man­che die­ser Ein­rich­tun­gen sind ver­letz- lich: Ei­ne wich­ti­ge Samm­lung stand bis vor kur­zem im sy­ri­schen Alep­po, doch die For­scher, die dort ar­bei­te­ten, flo­hen vor den Bom­ben. Dann grif­fen sie auf die­se ei­ser­ne Re­ser­ve ih­rer Pflan­zen zu­rück und züch­ten nun im Li­ba­non und in Ma­rok­ko wei­ter an Wei­zen- oder Gers­ten­sor­ten, die Hit­ze und Tro­cken­heit ver­tra­gen. Dank sei dem Le­ben­stre­sor, der in le­bens­feind­lichs­ter Um­ge­bung ein­ge­rich­tet wur­de, an­no 2008 auf Spitz­ber­gen, Nor­we­gens ark­ti­schem Ar­chi­pel.

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