Ren­ta­bler, als man denkt

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - HF

«Nach­hal­ti­ger, als man meint», lau­tet der Slo­gan ei­nes Schwei­zer Gross­ver­tei­lers. Glei­ches gilt für pri­va­te In­ves­ti­tio­nen in nach­hal­ti­ge, sprich um­welt- und so­zi­al­ver­träg­li­che Wachs­tums­pro­jek­te in Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern. Die Schweiz hat am glo­ba­len Markt für Ent­wick­lungs­pro­jek­te, wo­von Mi­kro­fi­nanz die be­kann­tes­te und wich­tigs­te An­la­ge­form dar­stellt, ei­nen ho­hen Markt­an­teil von fast 30 %. Die In­ves­ti­tio­nen wuch­sen ver­gan­ge­nes Jahr um 18% auf 9,85 Mrd. $, und in die­sem Stil soll es wei­ter­ge­hen.

Das zeigt ei­ne Stu­die von Swiss Sustainable Fi­nan­ce (SSF), die erst­mals ei­nen Über­blick über Be­deu­tung und Ent­wick­lung des Sek­tors am Schwei­zer Fi­nanz­platz lie­fert. Die Stu­die zeigt nicht nur das schnel­le Wachs­tum von Ent­wick­lungs­in­vest­ments. Sie un­ter­streicht ent­ge­gen ver­ein­zelt noch im­mer vor­herr­schen­der Mei­nun­gen, dass Nach­hal­tig­keits­an­la­gen nicht mit Ren­di­te­ver­zicht ein­her­ge­hen müs­sen.

Das Ziel – in­ves­tie­ren für ei­nen gu­ten Zweck – ist das glei­che wie für die staat­li­che Ent­wick­lungs­hil­fe oder phil­an­thro­pi­sche und ka­ri­ta­ti­ve Ak­tio­nen. «Sie sind ein wich­ti­ges In­stru­ment, um die ehr­gei­zi­gen Zie­le der Uno zur nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung zu fi­nan­zie­ren,» er­läu­tert SSF-CEO Sa­bi­ne Dö­beli vor den Me­di­en. «Der Er­trag ist markt­üb­lich», fügt sie an und ver­weist auf die der Stu­die zu­grun­de lie­gen­de Um­fra­ge un­ter Ban­ken, Pen­si­ons­kas­sen, Stif­tun­gen, Fonds und Fa­mi­ly Of­fices. Sie al­le nen­nen für ih­re ent­spre­chen­den Pro­duk­te und In­vest­ments ei­ne Ziel­ren­di­te von durch­schnitt­lich 4,5%.

Rund 3% be­trägt die Ren­di­te im Be­reich Mi­kro­fi­nanz, Kre­di­te an Kleinst­grup­pen, auf den 80% des aus der Schweiz in­ves­tier­ten Ent­wick­lungs­ka­pi­tals ent­fal­len. Da­ne­ben schrei­ten auch un­ter den Ent­wick­lungs­in­vest­ments im­mer mehr Pri­va­te-Equi­ty-An­la­gen vor­an, Be­tei­li­gun­gen an Klein- und mit­tel­gros­sen Un­ter­neh­men in der Drit­ten Welt mit ei­nem An­teil von 11% des Ge­samt­vo­lu­mens. Da rei­chen die Er­trags­chan­cen bis 7%, wie Stu­di­en­lei­ter Frédé­ric Ber­ney vom auf Nach­hal­tig­keits­in­vest­ment spe­zia­li­sier­ten Fi­nanz­haus Blue Orchard er­klärt. «Die Aus­fall­ra­ten sind nicht grös­ser als bei Pri­va­te Equi­ty in In­dus­trie­län­dern und klei­ner als bei Hoch­ri­si­ko­an­lei­hen, den High Yiel­ds», fügt er an. Ent­wick­lungs­in­vest­ments ha­ben ei­ne tie­fe Kor­re­la­ti­on zu an­de­ren An­la­gen – auch das ein Grund, wes­halb sie, wie Sa­bi­ne Dö­beli an­merkt, «im ak­tu­el­len Nied­rig­zins­um­feld ei­ne at­trak­ti­ve De­pot­bei­mi­schung bie­ten.» Le­sen Sie den aus­führ­li­chen Be­richt auf: www.fuw.ch/130416-9

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