Kor­rek­tur­po­ten­zi­al bei Gold

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - DA­NI­EL BRIESEMANN

Der Gold­preis ver­zeich­ne­te im ers­ten Quar­tal mit ei­nem Plus von 16,1% den stärks­ten Quar­tals­an­stieg seit fast dreis­sig Jah­ren. Zwi­schen­zeit­lich wur­den Drei­zehn­mo­nats­hochs von rund 1280 $ bzw. 1164 € je Fein­un­ze er­reicht.

Auf­trieb er­hielt der Gold­preis durch ei­ne zeit­wei­se deut­lich hö­he­re Ri­si­ko­aver­si­on der Markt­teil­neh­mer. Eben­so un­ter­stütz­te das Au­s­prei­sen wei­te­rer Zins­er­hö­hun­gen der US-No­ten­bank Fed den Preis. Zu­dem wer­te­te der Dol­lar ge­gen­über dem Eu­ro spür­bar ab und auch die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger US-Staats­lei­hen fiel deut­lich. Dar­über hin­aus ha­ben ei­ni­ge Zen­tral­ban­ken ih­re Geld­po­li­tik wei­ter ge­lo­ckert. So kauft die EZB seit An­fang April An­lei­hen im Um­fang von 80 Mrd. € pro Mo­nat.

Ge­ra­de die noch­ma­li­ge Lo­cke­rung der EZB-Geld­po­li­tik – be­son­ders die Sen­kung des Ein­la­ge­sat­zes tie­fer in den ne­ga­ti­ven Be­reich – soll­te den Gold­preis, vor al­lem in Eu­ro ge­rech­net, stei­gen las­sen. Da der Preis­an­stieg von Gold aber auch spe­ku­la­tiv ge­trie­ben war, hat sich Kor­rek­tur­po­ten­zi­al auf­ge­baut. Denn die Net­to-Long-Po­si- tio­nen der spe­ku­la­ti­ven Markt­teil­neh­mer lie­gen ak­tu­ell nur un­weit ei­nes Drei­ein­halb­jah­res­hochs. Zu­dem hat die phy­si­sche In­vest­ment­nach­fra­ge zu­letzt nach­ge­las­sen. Seit Mit­te März ver­zeich­nen die bör­sen­ge­han­del­ten Fonds (ETF) auf Gold kaum noch neue An­la­ge­gel­der. Auch die Münz­nach­fra­ge hat sich ab­ge­kühlt. So­wohl bei den ETF als auch bei Mün­zen scheint Sil­ber nun stär­ker ge­fragt zu sein.

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