AC Im­mu­ne geht Rich­tung Bör­se oder Ver­kauf

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Das Lau­san­ner Bio­tech-Un­ter­neh­men AC Im­mu­ne ar­bei­tet neu mit der US-Ge­sell­schaft Bio­gen an neu­ar­ti­gen Kon­trast­mit­teln für bild­ge­ben­de Dia­gnos­tik­ver­fah­ren. Die­se Ver­fah­ren ma­chen zwei Pro­te­ine er­sicht­lich, die im Ge­hirn für die Ent­ste­hung neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ver Krank­hei­ten ver­ant­wort­lich sind. Im Fo­kus steht vor­erst die dia­gnos­ti­sche Er­ken­nung bei Par­kin­son. Ei­ne Krank­heit, für die es bis­lang kei­ne ur­sa­chen­be­kämp­fen­de Be­hand­lung gibt. «Mit der Kol­la­bo­ra­ti­on wol­len wir die kli­ni­sche For­schung in dem Be­reich be­schleu­ni­gen, da­mit wir bald neue The­ra­pie­mög­lich­kei­ten fin­den», sagt Andrea Pfei­fer, CEO von AC Im­mu­ne, im Ge­spräch mit «Fi­nanz und Wirt­schaft».

Bis­lang hat sich die als mög­li­cher Kan­di­dat für ei­nen Bör­sen­gang (Initi­al Pu­blic Of­fe­ring, IPO) ge­han­del­te AC Im­mu­ne auf die Alz­heim­er­for­schung kon­zen­triert. Die neue Kol­la­bo­ra­ti­on zeigt, dass sich das Un­ter­neh­men brei­ter di­ver­si­fi­ziert. Das kommt nicht von un­ge­fähr. Denn die Alz­heim­er­for­schung ist nach wie vor weit­ge­hend ei­ne Blackbox. Gros­se Kon­zer­ne wie Eli Lil­ly, Pfi­zer oder Ro­che ha­ben es bis­lang nicht ge­schafft, ho­he Wirk­sam­keit und Ver­träg­lich­keit mit ih­ren Wirk­stof­fen zu er­rei­chen. Sie sind kom­mu­ni­ka­tiv sehr zu­rück­hal­tend ge­wor­den. So auch Ro­che: Oh­ne An­kün­di­gung gab Toch­ter Gen­en­tech En­de Ja­nu­ar Part­ne­rin AC Im­mu­ne grü­nes Licht für den Start der zu­las­sungs­re­le­van­ten Stu­die mit dem Wirk­stoff Cre­ne­zu­m­ab. AC Im­mu­ne muss nun bis 2020 zei­gen, ob der Wirk­stoff auch bei 750 Pa­ti­en­ten wirk­sam und ver­träg­lich ist.

Mit der Ro­che-Zu­sa­ge rückt AC Im­mu­ne en­ger in den In­ves­to­ren­fo­kus. Wie CEO Pfei­fer be­reits frü­her sag­te, be­deu­tet die Zu­sa­ge zwei Mög­lich­kei­ten, «ent­we­der ver­kau­fen wir un­ser Ge­schäft oder wa­gen den Bör­sen­gang». Es ge­be ak­tu­ell kei­ne Ei­le, ei­ne Ent­schei­dung zu tref­fen, sagt sie FuW. «Wir ver­fü­gen über das nö­ti­ge fi­nan­zi­el­le Pols­ter, um uns die Zeit zu neh­men, die bes­te Stra­te­gie zu eva­lu­ie­ren.» Das Un­ter­neh­men hat Li­zenz­ver­trä­ge mit Gen­en­tech/Ro­che, Pi­ra­mal und Jans­sen Phar­maceu­ti­cals, die ihm Ein­nah­men über 1,2 Mrd. Fr. in Aus­sicht stel­len.

Doch mit dem ak­tu­ell un­güns­ti­gen Bör­sen­um­feld steht ei­ne Ver­kaufs­lö­sung im­mer stär­ker im Zen­trum, da sind sich Bran­chen­ken­ner ei­nig. Sie han­deln die ak­tu­el­len Part­ner als mög­li­che Käu­fer. Al­len vor­an Bio­gen: Der Bio­tech-Rie­se führt mit vier Wirk­stof­fen ge­gen Alz­hei­mer den For­schungs­wett­lauf mitt­ler­wei­le an. AC Im­mu­ne stemmt eben­falls vier Pro­jek­te, ei­nes da­von in Ei­gen­re­gie. Bio­gen könn­te mit ver­ein­ter Pi­pe­line die Wahr­schein­lich­keit ei­nes Er­folgs bei der Alz­hei­mer­be­hand­lung er­hö­hen. Zu­dem dürf­te sich der Er­folg auch auf die Be­hand­lung an­de­rer neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ver Krank­hei­ten über­set­zen las­sen. Auch Ro­che könn­te zu­grei­fen, falls der AC-Im­mu­ne-Wirk­stoff den kon­zern­in­ter­nen For­schungs­kon­kur­ren­ten Gan­ten­er­um­ab aus­sticht.

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