Das Shil­ler-KGV

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - FUW

Das Kon­zept des zy­klisch ad­jus­tier­ten Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis­ses (Cy­cli­cal­ly Ad­jus­ted Pri­ce-Earnings Ra­tio) geht auf den Va­lue-Über­va­ter Ben­ja­min Gra­ham zu­rück: Er warn­te 1934 im Buch «Se­cu­ri­ty Ana­ly­sis» da­vor, die Be­wer­tung ei­ner Ak­tie auf der Ge­winn­erwar­tung von bloss ei­nem Jahr zu ba­sie­ren. Gra­ham emp­fahl, den durch­schnitt­li­chen Ge­winn von sie­ben bis zehn Jah­ren für die KGV-Be­rech­nung zu ver­wen­den, da­mit die vom wirt­schaft­li­chen Auf und Ab ver­ur­sach­ten Aus­schlä­ge ge­glät­tet wer­den.

Der an der Ya­le Uni­ver­si­ty leh­ren­de Pro­fes­sor Ro­bert Shil­ler ver­fei­ner­te die Me­tho­de in den Acht­zi­ger­jah­ren. Zur Be­rech­nung des nach ihm be­nann­ten Shil­ler-KGV wer­den die Ge­win­ne pro Ak­tie der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re um die In­fla­ti­on be­rei­nigt, ad­diert und durch 10 ge­teilt. Das Re­sul­tat ist der durch­schnitt­li­che, rea­le Ge­winn pro Ak­tie über zehn Jah­re. Er wird ins Ver­hält­nis zum ak­tu­el­len rea­len Ak­ti­en­kurs ge­setzt. Die Me­tho­de hat den Vor­teil, dass sie auf Schät­zun­gen ver­zich­tet und den Kon­junk­tur­zy­klus glät­tet. Be­wer­tungs­aus­sa­gen für ei­ne Ak­tie oder ei­nen Markt sind in ers­ter Li­nie im Ver­gleich zur ei­ge­nen His­to­rie mög­lich. Im Zei­t­raum seit 1880 liegt das durch­schnitt­li­che Shil­ler-KGV des S&P-500-In­dex bei rund 16,5.

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