SGS und No­var­tis

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - RO­LAND VOGT

An den Ak­ti­en­märk­ten herrscht Ve­r­un­si­che­rung. Ei­ne der Haupt­ur­sa­chen ist die Kurz­fris­tig­keit, mit der vie­le In­ves­to­ren die Din­ge be­ur­tei­len. Be­trach­ten wir es am Bei­spiel der Ak­ti­en SGS und ih­res Lang­frist­charts.

In zwei gros­sen Ab­wärts­schü­ben kor­ri­gier­ten die Ti­tel von März 2013 bis Au­gust 2015 auf 1600 Fr. In je­der Kor­rek­tur wer­den Auf­wärts­trend­li­ni­en ge­bro­chen, und je län­ger sie an­dau­ert, des­to mehr sind es. So wur­de im Som­mer 2015 auch die bis 2004 zu­rück­rei­chen­de Li­nie ver­letzt. Na­tür­lich ist es schwie­rig, ge­gen sol­che auf ei­nem Sta­tus quo ab­ge­stütz­ten Bais­se­ar­gu­men­te an­zu­kämp­fen. Aber Trends wer­den nicht al­lein durch Trend­li­ni­en de­fi­niert.

Ty­pisch für ei­ne Kor­rek­tur

Die zwei gros­sen Ab­wärts­schü­be be­sag­ter Ab­wärts­be­we­gung sind ge­nau­so ty­pisch für ei­ne Kor­rek­tur wie ih­re flag­ge­n­ähn­li­che Struk­tur. Wenn ein Preis­rück­gang die­ses Mus­ter zeigt, ist das ei­ne an­de­re Sa­che, als wenn er un­ter trend­cha­rak­te­ris­ti­schen Zü­gen zu­stan­de kommt. SGS ha­ben – lang­fris­tig be­trach­tet – zwi­schen 2013 und 2015 ei­ne Kor­rek­tur durch­lau­fen, die schon vor ein paar Mo­na­ten zu En­de ge­gan­gen ist. Selbst­ver­ständ­lich ist die­se Ein­schät­zung nach dem Über­schrei­ten der Kor­rek­tur­trend­li­nie jetzt ein­fa­cher zu ver­ste­hen als noch im Fe­bru­ar.

Die Ti­tel wer­den über die nächs­ten zwei Mo­na­te neue Rück­schlä­ge se­hen. Nach­dem ein Flag ak­ti­viert wor­den ist, geht die Ral­ly zu­erst oft ein Stück wei­ter, be­vor die Kur­se dann kurz­zei­tig in die Nä­he des Bruch­ni­veaus zu­rück­keh­ren. Doch ich bin zu­ver­sicht­lich, dass SGS im Jah­res­ver­lauf noch bis in die Re­gi­on um 2350 Fr. stei­gen, bis wo­hin kal­ku­la­to­risch die Ar­me der er­wähn­ten Flag-Struk­tur rei­chen.

Reif für Rich­tungs­wech­sel

No­var­tis ha­ben be­son­ders we­gen ih­rer re­la­ti­ven Schwä­che (ro­te Li­nie) im ers­ten Quar­tal vie­len Port­fo­li­os Schwie­rig­kei­ten be­rei­tet. Soll man sei­ne Port­fo­li­o­ge­wich­tung ver­än­dern?

Be­sag­te Schwä­che hat in­zwi­schen je­der Be­trof­fe­ne mit­be­kom­men. Und wer dar­auf re­agie­ren muss­te, hat es mit gröss­ter Wahr­schein­lich­keit be­reits ge­tan. Kurz­fris­tig be­steht kein Hand­lungs­be­darf, je­den­falls nicht pro­zy­kli­scher Art. Her­aus­ra­gen­de po­si­ti­ve Ar­gu­men­te gibt es auch noch nicht, doch die könn­ten sich ent­wi­ckeln. Wäh­rend des Tiefs En­de März hat sich in den Mo­men­tum-In­di­ka­to­ren ei­ne deut­li­che Di­ver­genz aus­ge­bil­det. Aus­ser­dem gibt es in Form der zwi­schen Fe­bru­ar und März aus­ge­bil­de­ten Fal­ling Wedge ei­ne Trend­wen­de­struk­tur, die zu­min­dest den stei­len, An­fang des Jah­res be­gon­ne­nen Ab­wärts­teil­t­rend be­en­det ha­ben dürf­te und so Raum für ei­ne weit­räu­mi­ge­re Er­ho­lung schafft.

Ein Mus­ter, das auf ei­ne nach­hal­ti­ge Rich­tungs­än­de­rung schlies­sen lässt, fehlt im Mo­ment noch. Doch das könn­te jetzt ge­ra­de im Ent­ste­hen sein. No­var­tis sind im Au­ge zu be­hal­ten. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit der der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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