Öl­preis steigt trotz Do­ha

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASALLE BROKERAGE,

Markt­ak­teu­re zei­gen sich ver­wun­dert über Kurs­wech­sel am Öl­markt.

An den Roh­stoff­märk­ten wa­ren die ver­gan­ge­nen Ta­ge von er­heb­li­chen Preis­schwan­kun­gen ge­prägt. Seit Wo­chen war das Tref­fen am ver­gan­ge­nen Sonn­tag zwi­schen Opec- und Nicht-Opec-Öl­för­der­län­dern in Do­ha im Fo­kus. Da­bei wa­ren sich Ana­lys­ten im Vor­feld des Tref­fens höchst un­ei­nig über die Aus­wir­kun­gen auf den Öl­preis.

Al­lein die Tat­sa­che, dass der Iran am Tref­fen nicht teil­nimmt, sorg­te für Pes­si­mis­mus. Mit dem de­sas­trö­sen Ver­lauf hat­te aber wohl nie­mand ge­rech­net. So stürz­te der Öl­preis zum Start in die neue Wo­che zu­erst ab. Fu­tures auf die Öl­sor­te WTI sack­ten zwi­schen­zeit­lich auf 39 $ pro Fass ab, nach­dem der Fass­preis noch Mit­te letz­ter Wo­che über 43.50 $ no­tiert hat­te. Auch eu­ro­päi­sche Brent-Fu­tures büss­ten zu­erst deut­lich an Wert ein und er­reich­ten in der Nacht zum Mon­tag bei­na­he die 40-$-Mar­ke.

Was dann folg­te, sorg­te vie­ler­orts für Ver­wun­de­rung. Die Kur­se er­hol­ten sich beid­seits des At­lan­tiks sehr schnell und nö­tig­ten vie­le Short Sel­lers zur Ein­de­ckung ih­rer Po­si­tio­nen. Zu­sätz­lich liess die Nach­richt vom Streik der Öl­ar­bei­ter in Ku­wait den Öl­preis wei­ter stei­gen und sorg­te gar für ei­nen po­si­ti­ven Ta­ges­schluss am Mon- tag. Wenn­gleich mit dem Streik der­zeit et­wa 1,5 Mio Fass pro Tag För­de­rung weg­fal­len, kön­nen die Ex­por­te dank La­ger­be­stän­den in Ku­wait auf­recht­er­hal­ten wer­den. Auch wird da­von aus­ge­gan­gen, dass die For­de­run­gen der Strei­ken­den zu­min­dest teil­wei­se er­füllt wer­den und die Ar­beit da­her bald auf­ge­nom­men wird.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist die mo­men­ta­ne Kurs­stär­ke für vie­le Markt­teil­neh­mer ein Rät­sel und kann nur durch den Zustrom neu­er In­ves­to­ren­gel­der er­klärt wer­den. Dass die­ser Risk-on-Ef­fekt an den Roh­stoff­märk­ten der­zeit ei­ne Rol­le spielt, ist auch in an­de­ren Wa­r­ensek­to­ren zu be­ob­ach­ten.

In­spi­riert von star­ken Ak­ti­en­märk­ten ver­zeich­ne­ten die In­dus­trie­me­tal­le deut­li­che Avan­cen. Auch die Ge­nuss­mit­tel no­tie­ren im Wo­chen­ver­gleich po­si­tiv. Hier über­neh­men die Zu­cker­märk­te ei­ne Füh­rungs­rol­le. Grund da­für sind neue Ana­lys­ten­schät­zun­gen, die ein noch grös­se­res An­ge­bots­de­fi­zit bei Zu­cker vor­aus­sa­gen. Mit ei­nem Wo­chen­ge­winn von mehr als 8% füh­ren Roh­zu­ckerFu­tures die Ge­win­ner­lis­te an.

Die Ge­trei­de­märk­te ste­hen wei­ter­hin un­ter Wet­ter­ein­fluss. Aus­ge­präg­te Tro­cken­heit in Tei­len Bra­si­li­ens ge­fähr­det den Er­trag der zwei­ten Mais­aus­saat. Wäh­rend in Bra­si­li­en die So­ja­ern­te schon bald zu En­de geht, sor­gen in Ar­gen­ti­ni­en ex­zes­si­ve Nie­der­schlags­men­gen bei So­ja für Qua­li­täts­ein­bus­sen und Ern­te­aus­fäl­le. Lokale Ex­per­te spre­chen mo­men­tan von Ver­lus­ten von 3 Mio. Ton­nen. Nach­dem sich die Wet­ter­la­ge aber kaum ver­än­dert, muss mit wei­te­ren Ein­bus­sen ge­rech­net wer­den. Als Fol­ge die­ser Ent­wick­lung klet­ter­ten die Kur­se von So­ja-Fu­tures in Chi­ca­go deut­lich nach oben. Kos­te­te ein Bus­hel (27,215 kg) vor zwei Wo­chen noch 9 $, so no­tier­te der Mai-Ter­min zum Wo­chen­be­ginn um 9.64 $. Mais-Fu­tures leg­ten al­lein in der ver­gan­ge­nen Wo­che um knapp 7% zu.

Dass sich Wei­zen trotz güns­ti­ger Wet­ter­be­din­gun­gen eben­falls mas­siv ver­teu­ert, liegt in ers­ter Li­nie an der gros­sen Zahl von Leer­ver­käu­fen, die in den ver­gan­ge­nen Wo­chen durch­ge­führt wor­den sind. Ge­mäss dem jüngs­ten «Com­mit­ment of Tra­ders»-Bericht über Po­si­tio­nen an den Ter­min­märk­ten ver­füg­ten spe­ku­la­ti­ve Markt­teil­neh­mer zu­letzt über Short­po­si­tio­nen von mehr als 120 000 Kon­trak­ten. Rück­käu­fe ha­ben in den letz­ten Ta­gen die Kur­se mar­kant nach oben ge­trie­ben.

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