Sil­ber ist als Al­ter­na­ti­ve zu Gold heiss be­gehrt

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - PR

An­le­ger ha­ben Sil­ber wie­der­ent­deckt. Nach jah­re­lan­ger Bais­se ist der Sil­ber­preis die­ses Jahr um ein Vier­tel ge­stie­gen. Al­lein im April hat sich das Edel­me­tall um 15% ver­teu­ert, wäh­rend der Gold­preis vor sich hin düm­pelt. «Sil­ber war lan­ge Zeit hin­ter Gold zu­rück­ge­blie­ben und hat Auf­hol­po­ten­zi­al», sagt Da­ni­el Brie­se­mann, Roh­stoff­ana­lyst bei der Com­merz­bank. Ja­mes But­ter­fill, Re­se­arch-Chef von ETF Se­cu­ri­ties, ei­nem An­bie­ter von bör­sen­ge­han­del­ten Fonds (Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds, ETF), sieht das ähn­lich: «Die An­le­ger such­ten nach ei­ner Al­ter­na­ti­ve zu Gold, nach­dem es so stark ge­stie­gen war.» Das Ver­hält­nis zwi­schen Gold- und Sil­ber­preis klet­ter­te auf ein Re­kord­hoch, was his­to­risch ein Kauf­si­gnal dar­stellt. Das ha­be In­ves­to­ren zum Kauf von Sil­ber be­wo­gen.

Die Wie­der­ent­de­ckung von Sil­ber ma­ni­fes­tiert sich auch in den Zuflüs­sen in ETF. Ge­mäss Da­ten von Bloom­berg sind de­ren Sil­ber­be­stän­de seit Ja­nu­ar um fast 50 Mio. Un­zen auf 642 Mio. Un­zen ge­stie­gen. Da­mit ha­ben sie das Re­kord­ni­veau von 2013 und 2014 er­reicht. Der Blick auf die ETF-Flüs­se zeigt auch, dass Fi­nanz­in­ves­to­ren trotz der Bais­se Sil­ber die Treue ge­hal­ten ha­ben. Die Loya­li­tät der Sil­ber­an­le­ger steht im Ge­gen­satz zum Gold­markt, wo ein Exo­dus der In­ves­to­ren­gel­der statt­fand. Nun schei­nen die Fi­nanz­in­ves­to­ren Sil­ber der An­la­ge in Gold vor­zu­zie­hen. «Wäh­rend die Be­stän­de der Gold-ETF seit Mit­te März sta­gnie­ren, gibt es bei Sil­ber im­mer noch gros­se Zuflüs­se», sagt Brie­se­mann. Sil­ber pro­fi­tie­re auch vom ak­tu­ell grös­se­ren Ri­si­ko­ap­pe­tit der Markt­teil­neh­mer und wird von der all­ge­mei­nen Er­ho­lung der In­dus­trie­me­tall­prei­se mit nach oben ge­zo­gen.

Sil­ber ge­hört zwar we­gen der Kor­ro­si­ons­be­stän­dig­keit zur Grup­pe der Edel­me­tal­le, der Preis ver­hält sich aber oft mehr wie der ei­nes In­dus­trie­me­talls. Denn mehr als die Hälf­te der Sil­ber­nach­fra­ge stammt aus der In­dus­trie. Der wich­tigs­te Ab­neh­mer ist die Elek­tro­nik­in­dus­trie. We­gen der an­ti­bak­te­ri­el­len Wir­kung wird es auch in der Me­di­zi­nal­tech­nik ge­nutzt. Ge­mäss der Bran­chen­or­ga­ni­sa­ti­on Sil­ver In­sti­tu­te soll die För­der­men­ge der Mi­nen die­ses Jahr zum ers­ten Mal seit 2002 sin­ken, weil es in der Bais­se kaum An­reiz für In­ves­ti­tio­nen in Mi­nen­be­trie­be ge­ge­ben ha­be. Dem­nach dürf­te 2016 die glo­ba­le Nach­fra­ge das An­ge­bot über­stei­gen. Die Ba­sis für wei­te­re Kurs­a­van­cen ist da­mit ge­legt.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.