Der Flug­ha­fen Zü­rich ist im­mer we­ni­ger Flug­ha­fen

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN -

In den sieb­zehn Jah­ren, in de­nen Ste­phan Wid­rig beim Flug­ha­fen Zü­rich ist, wur­de das Un­ter­neh­men pri­va­ti­siert, über­leb­te das Groun­ding der Swis­sair und steht nun mit dem Bau von The Cir­cle vor dem gröss­ten Wan­del. Zü­rich ist zwar wei­ter­hin der wich­tigs­te Flug­ha­fen der Schweiz, der Aus­bau des kom­mer­zi­el­len An­ge­bots und in­ter­na­tio­na­le Be­tei­li­gun­gen ha­ben das Be­tä­ti­gungs­feld aber ver­grös­sert.

Mit Wid­rig steht seit 2015 ein Mann an der Spit­ze, der im in­ter­na­tio­na­len und im kom­mer­zi­el­len Be­reich er­folg­reich mit­ge­wirkt hat. Er war in Ban­ga­lo­re für die fi­n­an- ziel­len und kom­mer­zi­el­len Be­lan­ge ver­ant­wort­lich und lei­te­te ab 2010 in Zü­rich das Ge­schäft aus­ser­halb des Flug­be­reichs.

Zwei von drei Fran­ken nimmt der Flug­ha­fen im klas­si­schen Flug­ge­schäft ein. Da­zu ge­hö­ren un­ter an­de­rem Ge­büh­ren für Pas­sa­gie­re und Flug­be­we­gun­gen. Doch der Flug­ha­fen stösst an Gren­zen. Zu Spit­zen­zei­ten ist das Ge­drän­ge auf den Pis­ten gross. Ver­spä­tun­gen sind die Fol­ge. Nur dank grös­se­ren Ma­schi­nen und ei­ner bes­se­ren Aus­las­tung konn­te die stei­gen­de Nach­fra­ge be­wäl­tigt wer­den (vgl. Grafik). Im Som­mer be­ginnt die Swiss, die je­den zwei- ten Pas­sa­gier von und nach Zü­rich fliegt, mit der Flot­te­ner­neue­rung. Dank grös­se­ren Flug­zeu­gen wer­den trotz glei­cher An­zahl Be­we­gun­gen mehr Pas­sa­gie­re be­för­dert.

Mit der Ei­ni­gung im Ge­büh­ren­streit konn­te zwi­schen dem Be­trei­ber und den Flug­li­ni­en ein gros­ses Hin­der­nis aus dem Weg ge­räumt wer­den. «Wir er­war­ten die Ver­fü­gung vom Bun­des­amt für Zi­vil­luft­fahrt dem­nächst», sagt Wid­rig. Vor­aus­sicht­lich wer­den die neu­en Ge­büh­ren laut dem CEO im drit­ten Quar­tal in Kraft tre­ten. Im Streit mit Deutsch­land über die An­flug­re­gimes zeich­net sich noch kei­ne Lö­sung ab.

Po­li­ti­sche Pro­ble­me be­las­ten das Ge­schäft ne­ben dem Flug­be­trieb nicht. In der Ver­mie­tung von Bü­ro­flä­chen oder der Ver­ga­be von De­tail­han­dels­kon­zes­sio­nen ent­schei­det der Markt. In die­sem Be­reich er­zielt der Flug­ha­fen fast zwei Drit­tel des Be­triebs­ge­winns. In Zu­kunft dürf­te die­ser An­teil wei­ter stei­gen. Für 2019 ist die Er­öff­nung von The Cir­cle ge­plant. Der zwei­te Wachs­tums­trei­ber ist das in­ter­na­tio­na­le Ge­schäft. Mit dem Ver­kauf der letz­ten Be­tei­li­gung von 5% an Ban­ga­lo­re für 48,9 Mio. $ wird der Flug­ha­fen ein er­folg­rei­ches Ka­pi­tel ab­schlies­sen.

Die Ak­ti­en sind mit ei­nem Kurs-Ge­win­nVer­hält­nis von 23 für 2016 fair be­wer­tet. Ver­lo­ckend ist die at­trak­ti­ve Di­vi­den­den­ren­di­te von 3,5% – dank ei­ner Son­der­di­vi­den­de von 16 Fr. je Ak­tie. Von den 510 Mio. Fr. Ka­pi­tal­ein­la­ge­re­ser­ven blei­ben nach der ge­plan­ten Aus­schüt­tung in die­sem Jahr von 100 Mio. Fr. ge­nü­gend Mit­tel für wei­te­re Son­der­aus­schüt­tun­gen. Laut Wid­rig dür­fen die Ak­tio­nä­re «grund­sätz­lich» mit wei­te­ren Son­der­di­vi­den­den rech­nen. Die La­ge wer­de aber je­des Jahr neu be­ur­teilt. «Den Rah­men bil­det die Net­to­ver­schul­dung, die im lang­fris­ti­gen Mit­tel drei­mal Ebit­da nicht über­schrei­ten darf», sagt der CEO. En­de Jahr be­trug der Wert 1,1. Wid­rig geht dar­um da­von aus, dass sie die Son­der­aus­schüt­tun­gen auch in den nächs­ten Jah­ren so hand­ha­ben wer­den.

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