Denk­zet­tel für die ABB-Füh­rung

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE -

Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung (GV) von ABB ver­sprach span­nend zu wer­den. Doch dann blie­ben Über­ra­schun­gen aus. Span­nung war an­ge­sagt, weil nam­haf­te Stimm­rechts­be­ra­ter im Vor­feld der GV emp­foh­len hat­ten, den Ver­gü­tungs­be­richt 2015 und ei­nen Kan­di­da­ten für den Ver­wal­tungs­rat (VR) ab­zu­leh­nen. Das führ­te an der GV aber zu kei­nen kon­tro­ver­sen Dis­kus­sio­nen. Schliess­lich nah­men die 803 an­we­sen­den Ak­tio­nä­re, die 73,6% des stimm­be­rech­tig­ten Ak­ti­en­ka­pi­tals ver­tra­ten, al­le An­trä­ge des Ver­wal­tungs­rats an.

Denk­zet­tel er­hielt die ABB-Füh­rung aber gleich­wohl. Wäh­rend al­le üb­ri­gen An­trä­ge Zu­stim­mungs­ra­ten von über 97% er­hiel­ten, pas­sier­te der Ver­gü­tungs­be­richt 2015 nur mit 76% der Stim­men. Der um­strit­te­ne bra­si­lia­ni­sche Ma­na­ger Fre­de­ri­co Fleu­ry Cu­ra­do wur­de nur mit 62,5% JaVo­ten in den VR ge­wählt.

Die Kri­tik am Ver­gü­tungs­be­richt be­traf den Lohn von CEO Ul­rich Spiess­ho­fer, der 2015 ein Sa­lär von 9,1 Mio. Fr. be­zog – 20% mehr als im Vor­jahr. Der Stimm­rechts­be­ra­ter Ethos kri­ti­sier­te dar­an, die va­ria­ble Bo­nus­kom­po­nen­te sei an­ge­sichts des durch­zo­ge­nen Re­sul­tats von ABB für 2015 zu hoch. Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Pe­ter Vo­ser ar­gu­men­tier­te an der GV, die meis­ten Zie­le sei­en eben er­reicht wor­den.

Cu­ra­do war­fen Ethos, Glass Le­wis und ISS vor, er ha­be be­reits zu vie­le Man­da­te, als dass er sich ABB ge­nü­gend wid­men kön­ne. Cu­ra­do ist CEO des Flug­zeug­bau­ers Em­bra­er. Da­ne­ben sitzt er noch in den Ver­wal­tungs­rä­ten des Tief­see­bohr­kon­zerns Tran­so­ce­an und des Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rers Ioch­pe Ma­xi­on. Vo­ser er­klär­te, das Pro­blem sei er­kannt und Cu­ra­do wer­de sein Pen­sum re­du­zie­ren.

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