Re­bif von Se­ro­no setzt noch 1,8 Mrd. € um

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - GB, BA

Seit 2007 ge­hört Se­ro­no zum Phar­ma- und Che­mie­kon­zern Merck. Das deut­sche Un­ter­neh­men über­nahm das da­mals dritt­gröss­te Bio­tech-Un­ter­neh­men der Welt sei­ner­zeit für 16 Mrd. Fr. Heu­te ist die 1906 in Genf ge­grün­de­te Grup­pe, die ih­ren Schwer­punkt in der Re­pro­duk­ti­ons­me­di­zin, der Der­ma­to­lo­gie und in Mit­teln ge­gen Au­to­im­mun­krank­hei­ten hat­te, Teil der Phar­ma­spar­te von Merck, die 2015 mit 6,9 Mrd. € gut die Hälf­te des Kon­zern­um­sat­zes aus­mach­te.

Ein Ver­gleich der Be­schäf­ti­gungs­zah­len mit dem Zeit­punkt der Über­nah­me ist schwer mög­lich, weil es ei­ne Viel­zahl von or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ve­rän­de­run­gen ge­ge­ben hat. Se­ro­no hat­te zum Zeit­punkt der Ak­qui­si­ti­on 1516 Mit­ar­bei­ter. Merck be­schäf­tigt heu­te hier­zu­lan­de in sei­nen drei Ge­schäfts­fel­dern 2000 An­ge­stell­te. Schwer­punkt bil­det nach wie die Bio­tech­no­lo­gie. Produktionsstandorte sind Cor­sier-sur-Ve­vey und Au­bon­ne. Ge­schlos­sen hat Merck 2013 den frü­he­ren Se­ro­no-Stand­ort in Genf mit da­mals 1000 Mit­ar­bei­tern. Et­wa 300 ehe­mals in Genf be­schäf­tig­te Mit­ar­bei­ter wech­sel­ten sei­ner­zeit an an­de­re Merck-Stand­or­te.

Das Bio­tech-Cen­ter in Ve­vey ist ei­ner der gröss­ten und mo­derns­ten Bio­techStand­or­te welt­weit. Dort ent­ste­hen Wirk­stof­fe für die kli­ni­sche For­schung, aber auch für den Markt, et­wa das Mul­ti­ple­S­kle­ro­se-Prä­pa­rat Re­bif. Auch die Krebs­me­di­ka­men­te Er­bitux und Avel­u­m­ab, ei­ne Sub­stanz im Be­reich der Im­mu­n­on­ko­lo­gie, die noch im Ent­wick­lungs­sta­di­um ist, und im Rah­men ei­ner Al­li­anz mit Pfi­zer ge­mein­sam ent­wi­ckelt und ver­mark­tet wer­den soll, wer­den in der Schweiz pro­du­ziert.

Als Merck Se­ro­no über­nahm, hing der Um­satz der Bio­tech-Ge­sell­schaft (rund 2,5 Mrd. $) zu mehr als 50% vom MS-Me­di­ka­ment Re­bif ab. Merck kam da­mals auf Ein­nah­men von 5,9 Mrd. €. Das Pro­dukt konn­te nach der Ak­qui­si­ti­on be­acht­li­ches Wachs­tum vor­wei­sen. Die gu­ten Zei­ten sind je­doch vor­bei, seit 2012 nimmt die Nach­fra­ge nach dem Arz­nei­mit­tel ab.

Der Wett­be­werbs­druck durch oral zu ver­ab­rei­chen­de Me­di­ka­men­te von Bio­gen und No­var­tis ma­chen Merck zu schaf­fen. 2015 be­trug der Um­satz­rück­gang bei Re­bif or­ga­nisch bei­na­he 11% auf 1,8 Mrd. €. Ge­mäss Merck wird der Um­satz von Re­bif als ein­zi­ges Pro­dukt der heu­ti­gen He­alth­ca­re-Di­vi­si­on bis in drei Jah­ren sin­ken.

Da­nach sind Er­fol­ge aus der Pi­pe­line ge­for­dert. In den Jah­ren nach 2018 hängt die Spar­te pri­mär von der Zu­las­sung neu­er Wirk­stof­fe wie bei­spiels­wei­se der Krebs­im­mun­the­ra­pie Avel­u­m­ab ab.

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