Sul­zer et­was sta­bi­ler

SCHWEIZ

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE/TECHNOLOGIE - ANDRE­AS MEI­ER

Doch der Aus­blick bleibt wei­ter­hin un­si­cher.

Dass Sul­zer am Don­ners­tag klar hö­her no­tier­ten, war nicht bloss dem glei­chen­tags ver­öf­fent­lich­ten Be­stel­lungs­ein­gang für das ers­te Quar­tal zu ver­dan­ken. Weil der Kon­zern 50% des Um­sat­zes mit der Öl- und Gas­bran­che er­zielt, hat die Öl­preis­ent­wick­lung gros­sen Ein­fluss auf die Ak­ti­en. Und weil der Öl­preis in der Nacht zum Don­ners­tag rund 5% ge­stie­gen war, hat dies die Sul­zer-Pa­pie­re be­flü­gelt.

Da­zu kam, dass der Be­stel­lungs­ein­gang im ers­ten Quar­tal die Er­war­tun­gen über­trof­fen hat. Zwar wird mit den ge­mel­de­ten Auf­trä­gen von 685 Mio. Fr. das Vor­jah­res­ni­veau noch im­mer um 14,5% un­ter­schrit­ten, doch ist ei­ne Ver­bes­se­rung um 10% ge­gen­über dem (schwa­chen) End­quar­tal von 2015 ge­lun­gen.

Von den drei Di­vi­sio­nen – Pumps Equip­ment, Ro­ta­ting Equip­ment Ser­vices und Chem­tech – lau­fen die Pum­pen- und die Chem­tech-Ge­schäf­te am schlech­tes­ten, mit ei­nem Auf­trags­rück­gang von 17,9 resp. 17,1% (ge­gen­über der Vor­jah­res­pe­ri­ode). Die­se Di­vi­sio­nen sind dem Öl­ge­schäft am stärks­ten aus­ge­setzt.

Öl­markt bleibt schwie­rig

Doch im­mer­hin er­rei­chen die Auf­trä­ge aus dem Öl­be­reich das Ni­veau des Vor­quar­tals. Al­ler­dings will Fi­nanz­chef Tho­mas Dittrich die­se Ent­wick­lung nicht als Trend­wen­de be­zeich­nen, da­zu sei die La­ge im Öl­ge­schäft noch zu un­si­cher, wie er an der Te­le­fon­kon­fe­renz aus­führ­te.

Mo­de­rat ge­wach­se­ne Auf­trags­wer­te zei­gen die Kun­den­seg­men­te Ener­gie (Elek­tro­in­dus­trie), Was­ser und all­ge­mei­ne In­dus­trie. Da­von kann be­son­ders die Di­vi­si­on Ro­ta­ting Equip­ment pro­fi­tie­ren, de­ren Auf­trä­ge bloss 4,3% zu­rück­ge­gan­gen sind.

Ver­gleichs­wei­se gut ist es Sul­zer in Chi­na ge­lau­fen. Al­le drei Di­vi­sio­nen konn­ten dort et­was mehr Auf­trä­ge her- ein­neh­men. «Der An­stieg ging von ei­ner tie­fen Ba­sis aus», gibt Tho­mas Dittrich al­ler­dings zu be­den­ken.

Für das Ge­samt­jahr lässt Sul­zer die im Fe­bru­ar ab­ge­ge­be­nen Pro­gno­sen ei­nes Rück­gangs von Um­satz und Be­stel­lungs­ein­gang um 5 bis 10% und ei­ner Ebi­taMar­ge vor Son­der­ein­flüs­sen von 8% (nach 8,6% im Vor­jahr) ste­hen.

Spar­pro­gramm hilft

Dass die Mar­ge vom Um­satz­rück­gang nicht stär­ker be­ein­träch­tigt wird, liegt am lau­fen­den Spar­pro­gramm, das die Kos­ten bis 2018 um 200 Mio. Fr. sen­ken soll. 2016 sind Ein­spa­run­gen von 65 bis 85 Mio. Fr. ein­kal­ku­liert. Doch fal­len da­für al­lein 2016 Kos­ten von bis 90 Mio. Fr. an.

Un­se­re Ge­winn­schät­zung von 3.50 Fr. für das lau­fen­de Jahr (2015: 5.10 Fr.) klam­mert die Kos­ten für das Spar­pro­gramm aus, um die rein ope­ra­ti­ve Leis­tung des Un­ter­neh­mens bes­ser zur Gel­tung zu brin­gen. 2017 dürf­te ei­ne wei­te­re Ver­bes­se­rung auf ge­gen 4.50 Fr. drin­lie­gen, dank wei­te­rer Ein­spa­run­gen. Schnel­le Fort­schrit­te beim Wachs­tum sind da­ge­gen nicht zu er­war­ten, vor al­lem we­gen des spät­zy­kli­schen Cha­rak­ters vie­ler Sul­zer-Ge­schäf­te. Das heisst: Ei­nen Auf­schwung im Öl- und Gas­ge­schäft spürt Sul­zer erst mit Ver­zö­ge­rung.

Mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 25 und 19 per 2016 resp. 2017 sind die Ak­ti­en hoch be­wer­tet, vor al­lem vor dem Hin­ter­grund der häu­fi­gen Wech­sel im obers­ten Ma­nage­ment und im Ver­wal­tungs­rat. Doch Mehr­heits­ak­tio­när Vic­tor Vek­sel­berg hat al­les In­ter­es­se, das Sul­zerEr­geb­nis mög­lichst schnell zu ver­bes­sern, um den Ak­ti­en Auf­trieb zu ge­ben. Das wür­de es ihm er­mög­li­chen, das Un­ter­neh­men teuer in ei­ne Fu­si­on ein­zu­brin­gen. Aus fun­da­men­ta­ler (ge­schäft­li­cher) Sicht blei­ben die Ak­ti­en un­at­trak­tiv, doch mit Blick auf ei­nen mög­li­chen Fu­si­ons-De­al (wo­mit frü­hes­tens für 2017 ge­rech­net wer­den soll­te) könn­ten sie noch Kur­s­po­ten­zi­al ber­gen. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Sul­zer im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/SUN

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