Tur­naround-Kan­di­da­ten ma­chen Fort­schrit­te

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE/TECHNOLOGIE -

Für die gröss­te Über­ra­schung in der ge­ra­de ak­tu­el­len Sai­son an Be­richt­er­stat­tun­gen hat aus­ge­rech­net ein Wert aus der zwei­ten Rei­he ge­sorgt: AMD. Um 30% stie­gen die Pa­pie­re des ewig zwei­ten, oft tot ge­glaub­ten Chip­her­stel­lers nach Vor­la­ge der Quar­tals­bi­lanz. Da­bei ge­hö­ren AMD wie In­tel zu den Un­ter­neh­men, die am meis­ten von der Nach­fra­ge­schwä­che im PC-Markt be­trof­fen sind (vgl. Ar­ti­kel oben). Es scheint al­ler­dings, dass der Tur­naround von AMD greift. Auch In­tel, welt­weit gröss­ter Chip­pro­du­zent, und das In­ter­net­por­tal Yahoo kom­men vor­an.

Der Um­satz im ers­ten Quar­tal von AMD fiel 19% auf 832 Mio. $ – mehr al­ler­dings, als Ana­lys­ten ge­dacht hat­ten. Der Ver­lust schrumpf­te von 180 auf 109 Mio. $. Für die aus­ser­or­dent­li­che Be­geis­te­rung sorg­te der Aus­blick: CEO Li­sa Su rech­net für die lau­fen­de Drei-Mo­nats-Pe­ri­ode mit ei­nem Um­satz­plus von 15%. Es wä­re der ers­te An­stieg nach sechs Quar­ta­len. Ver­ant­wort­lich sind neue Li­zen­zie­rungs­ab­kom­men.

Lan­ge lag In­tel im Wett­streit mit AMD im PC-Ge­schäft vor­ne, nicht im­mer mit lau­te­ren Me­tho­den. Doch den Platz­hirsch trifft die Kri­se im PC-Ge­schäft nun auch hart. In­telCEO Bri­an Kr­za­nich kün­dig­te bei Vor­la­ge der Zah­len die Strei­chung von 12 000 Stel­len an – der gröss­te Jo­bab­bau in ei­ner De­ka­de. Zu­dem ver­sprach er, das Ge­schäft in Rich­tung von Seg­men­ten mit hö­he­ren Mar­gen zu dre­hen, Chips für Re­chen­zen­tren bei­spiels­wei­se oder das In­ter­net der Din­ge. Bei­de Mass­nah­men sol­len ge­gen die Pro­ble­me mit PC-Chips wir­ken.

Für das lau­fen­de Quar­tal rech­net Kr­za­nich mit ei­nem Um­satz zwi­schen 13 und 14 Mrd. $, nied­ri­ger als der Kon­sen­sus der Schät­zun­gen, der bei 14,2 Mrd. $ lag. Die Pa­pie­re des Kon­zerns konn­ten den­noch zu­le­gen.

Auch die Ak­ti­en von Yahoo stie­gen. Wie AMD und In­tel be­fin­det sich das In­ter­net­Un­ter­neh­men in ei­ner Tur­naround-Pha­se – al­ler­dings noch ei­nen Schritt wei­ter: Yahoo hat be­schlos­sen, das Kern­ge­schäft zu ver­kau­fen. Die Zah­len von Yahoo wa­ren ent­täu­schend: Der Um­satz im ers­ten Quar­tal sack­te 18% auf 859 Mio. $ ab bei ei­nem schma­len Ge­winn. Im lau­fen­den Quar­tal soll die Tal­fahrt wei­ter­ge­hen.

Die Ak­ti­en von Yahoo leg­ten den­noch zu. CEO Ma­ris­sa May­er be­kräf­tig­te, dass der Ver­kauf des Un­ter­neh­mens wei­ter höchs­te Prio­ri­tät ha­be. Dem Ver­neh­men nach wer­den Ve­ri­zon bes­te Chan­cen ein­ge­räumt. Der US-Mo­bil­fun­ker hat­te ver­gan­ge­nes Jahr schon die not­lei­den­den Kol­le­gen von Yahoo ge­kauft, das Por­tal AOL.

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