Ver­bes­ser­te Stim­mung

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - JA­CO ROUW,

In den ers­ten sechs Wo­chen des Jah­res war die Stim­mung am Markt all­ge­mein schlecht. Gleich zu Be­ginn be­un­ru­hig­ten Chi­nas Wirt­schafts­wachs­tum und et­wai­ge po­li­ti­sche Wäh­rungs­mass­nah­men. An­fang Fe­bru­ar be­gan­nen sich die Märk­te Sor­gen um po­ten­zi­el­le Aus­wir­kun­gen von Ne­ga­tiv­zin­sen zu ma­chen. Dar­über hin­aus mach­te man sich ver­mehrt Sor­gen we­gen ei­ner US-Re­zes­si­on.

Seit Mit­te Fe­bru­ar hat sich die Stim­mung ver­bes­sert, nicht zu­letzt weil die US-Wirt­schaft mitt­ler­wei­le wie­der bes­se­re Da­ten pro­du­ziert und die EZB am 10. März noch­mals ag­gres­siv ge­lo­ckert hat. Wich­tig ist, dass die EZB ih­ren Schwer­punkt von den Zin­s­an­pas­sun­gen hin zur di­rek­ten Kre­dit­lo­cke­rung ver­la­gert hat.

Dass sich die Ak­ti­en­märk­te seit Mit­te Fe­bru­ar deut­lich er­holt ha­ben, über­rascht nicht. Aber auch Un­ter­neh­mens­an­lei­hen lie­fen gut in die­ser Zeit: Eu­ro­an­lei­hen in An­la­ge­qua­li­tät (IG) ge­wan­nen rund 3%, da sich die Spreads ge­gen­über Staats­an­lei­hen von fast 170 auf we­ni­ger als 130 Bp ver­eng­ten. Die Spreads auf eu­ro­päi­sche Hoch­zins­an­lei­hen ver­klei­ner­ten sich so­gar um 150 Bp auf 430 Bp bei ei­ner Ge­samt­ren­di­te von 7%. Schwel­len­län­der­bonds in Lo­kal­wäh­run­gen rea­li­sier­ten ak­ti­en­ähn­li­che Er­trä­ge: 12% seit Mit­te Fe­bru­ar und fast 18% mehr als zum Tiefst­stand von Mit­te Ja­nu­ar. Grund wa­ren ge­mäs­sig­te Zen­tral­ban­ken, hö­he­re Roh­stoff­prei­se und schwin­den­de Sor­gen um Chi­na. Die Ren­di­ten von Staats­an­lei­hen stie­gen zu­nächst, als sich die Flucht in si­che­re Hä­fen um­kehr­te. Al­ler­dings drück­ten die zu­rück­hal­ten­den Re­ak­tio­nen der Zen­tral­ban­ken die Er­trä­ge wie­der. Die Ren­di­ten zehn­jäh­ri­ger An­lei­hen aus den USA und aus Deutsch­land ha­ben sich seit Mit­te Fe­bru­ar kaum ver­än­dert, ja­pa­ni­sche fie­len un­ter –0,1%.

Mo­men­tan deu­ten die meis­ten Wert­in­di­ka­to­ren dar­auf hin, dass Staats­an­lei­hen von Kern­län­dern der Eu­ro­zo­ne zu teuer sind, wäh­rend Un­ter­neh­mens- und Schwel­len­län­der­pa­pie­re im­mer noch at­trak­tiv be­wer­tet sind. In die­sem po­si­ti­ven Ri­sik­o­um­feld soll­ten ris­kan­te An­lei­he­klas­sen gut lau­fen. Die Par­ty­lau­ne ver­der­ben könn­ten nur Br­ex­it-Ängs­te und un­wahr­schein­li­che ne­ga­ti­ve Er­eig­nis­se, die ge­fürch­te­ten «schwar­zen Schwä­ne».

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