Ma­na­ger zö­gern mit dem Kauf ei­ge­ner Ak­ti­en

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Schwei­zer Top­ma­na­ger zeig­ten sich in den ers­ten vier Mo­na­ten des Jah­res beim Kauf von Ak­ti­en des ei­ge­nen Un­ter­neh­mens zu­rück­hal­tend. Nur bei we­ni­gen Ge­sell­schaf­ten nutz­ten Ge­schäfts­lei­tungs­mit­glie­der und Ver­wal­tungs­rä­te den mi­se­ra­blen Jah­res­auf­takt an der Bör­se, um zu tie­fe­ren Kur­sen ei­ge­ne Ti­tel zu kau­fen.

Be­son­ders pas­siv zeig­ten sich Ma­na­ger von SMI-Un­ter­neh­men. Nur bei Ri­che­mont, La­far­geHol­cim, Ro­che und ABB wa­ren Ma­nage­ment­käu­fe von über 0,5 Mio. Fr. zu ver­zeich­nen. Das zeigt ei­ne Aus­wer­tung von «Fi­nanz und Wirt­schaft» der von der SIX Swiss Ex­ch­an­ge pu­bli­zier­ten Ma­nage­ment-Trans­ak­tio­nen seit An­fang Ja­nu­ar. Nicht be­rück­sich­tigt wur­den Trans­ak­tio­nen, die im Zu­sam­men­hang mit Ver­gü­tungs- und Op­ti­ons­plä­nen ste­hen. Ge­mein­hin gel­ten sol­che Käu­fe als po­si­ti­ves Si­gnal an die In­ves­to­ren, da Ma­na­ger di­rek­ten Ein­blick in den Ge­schäfts­ver­lauf des Un­ter­neh­mens ha­ben.

Zu den ak­tivs­ten Käu­fern ge­hö­ren bis­lang die Ma­na­ger des Fi­nanz­dienst­leis­ters Leon­teq, der Bank Von­to­bel, des In­dus­trie­un­ter­neh­mens Lem und des Lu­xus­gü­ter­kon­zerns Ri­che­mont. Sie ha­ben seit Jah­res­be­ginn zwi­schen 1 und knapp 8 Mio. Fr. in ei­ge­ne Ak­ti­en in­ves­tiert (vgl. Ta­bel­le). Ei­nen Spe­zi­al­fall bil­det die Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft Al­tin, wel­che die Lis­te der Ma­nage­ment­käu­fe mit deut­li­chem Vor­sprung an­führt. Hier dürf­te Ver­wal­tungs­rat Eric Syz ei­ne tra­gen­de Rol­le ge­spielt ha­ben. Er ist zu­gleich Chef der Al­tinAk­tio­nä­rin Ban­que Syz, die in den ver­gan­ge­nen vier Wo­chen ih­re Be­tei­li­gung von 3,33 auf über 13% aus­ge­baut hat­te.

Ak­ti­ver zeig­ten sich Ma­na­ger als Ver­käu­fer. Die gröss­ten Ab­ga­ben ver­zeich­ne­ten die Scho­ko­la­de­pro­du­zen­ten Lindt & Sprüng­li und Bar­ry Cal­le­baut so­wie der Ban­ken­soft­ware­her­stel­ler Te­me­nos. Kas­se mach­ten auch die Ma­na­ger des Bio­tech­un­ter­neh­mens Mole­cu­lar Part­ners, das im De­zem­ber 2014 an die Bör­se ge­gan­gen war. Al­ler­dings sind die Grün­de für Ver­kaufs­ge­schäf­te nur schwer­lich zu in­ter­pre­tie­ren. Oft­mals ver­äus­sern Ma­na­ger ei­ge­ne Ak­ti­en, um zur Be­glei­chung von Steu­er­rech­nun­gen oder an­de­ren Auf­wen­dun­gen an Li­qui­di­tät zu kom­men.

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