Va­nil­le

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Der Som­mer kann teuer wer­den. Denn: Auf Ma­da­gas­kar blüh­ten 2014 die Va­nil­le­pflan­zen schlecht, wes­halb die Ern­te im Jahr dar­auf küm­mer­lich aus­fiel und die Prei­se stie­gen. Das spü­ren nun die Gla­ce­her­stel­ler; Va­nil­le ist ih­re teu­ers­te Zu­tat. Sie dürf­ten die Mehr­kos­ten auf die Kun­den über­wäl-

zen. Vi­el­leicht wer­den die­se auch für be­le­ben­de Brau­se et­was tie­fer in die Ta­sche grei­fen müs­sen: Als gröss­ter Va­nil­le­ab­neh­mer gilt Co­ca-Co­la; der Kon­zern ver­such­te 1985, ech­te Va­nil­le durch syn­the­ti­sches Va­nil­lin zu er­set­zen, wo­ge­gen die Ver­brau­cher je­doch re­bel­lier­ten. Va­nil­le ist, nach Saf­ran, das zweit­teu­ers­te Ge­würz. Der­zeit kos­tet ein Ki­lo­gramm über 200 $, Mit­te ver­gan­ge­nen Jah­res wa­ren es noch 100 $ und vor vier Jah­ren ge­gen 30 $. Die bes­te Wa­re kommt von der In­sel im In­di­schen Oze­an. Sie ist nicht zu­letzt des­halb so kost­bar, weil die Auf­be­rei­tung viel Hand­ar­beit er­for­dert, so wie hier, nach lang­wie­ri­gem Trock­nen und Fer­men­tie­ren, das Bün­deln der Stan­gen. Das Ge­würz stammt ur­sprüng­lich aus Mit­tel­ame­ri­ka. Der Az­te­ken­herr­scher Mon­te­zu­ma II soll süch­tig ge­we­sen sein nach Ka­kao-Va­nil­le-Cock­tails. Zum Glück hat sich das spa­ni­sche «Vai­nil­la» (klei­ne Scho­te) durch­ge­setzt – «Ca­cix­a­natl» wä­re wirk­lich Mon­te­zu­mas Ra­che.

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