Asi­en­ge­schäft von BSI im­plo­diert

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Die letz­te Hi­obs­bot­schaft da­tiert von die­ser Wo­che: Der CEO ad in­te­rim der BSIToch­ter­ge­sell­schaft in Sin­ga­pur, Raj Sr­i­ram, ist am Mon­tag von sei­nem Amt zu­rück­ge­tre­ten. Sr­i­ram hat­te die Lei­tung in Sin­ga­pur erst im März die­ses Jah­res von sei­nem Vor­gän­ger Hans­pe­ter Brun­ner über­nom­men. Re­na­to Cohn, ein lang­jäh­ri­ger Part­ner bei BTG Pac­tu­al, wird nun die Lei­tung in Asi­en im Rah­men der Zu­sam­men­füh­rung der Bank mit EFG In­ter­na­tio­nal über­neh­men.

Die Nach­rich­ten­agen­tur Bloom­berg stellt die per­so­nel­len Ve­rän­de­run­gen in ei­nen Zu­sam­men­hang mit der Au­f­ar­bei­tung der kor­rup­ten Tä­tig­kei­ten des ma­lay­si­schen Staats­fonds 1MDB. Ste­fa­no Co­du­ri, CEO der BSI, hat öf­fent­lich be­stä­tigt, dass BSI in den Fall ver­wi­ckelt ist. Auch die Schweiz er­mit­telt in die­sem Fall, in dem es um mil­li­ar­den­schwe­re Zah­lun­gen geht. Laut der Schwei­ze­ri­schen Bun­des­an­walt­schaft geht es um Be­trug, un­ge­treue Ge­schäfts­be­sor­gung, un­ge­treue Amts­füh­rung, Ur­kun­den­fäl­schung, Be­ste­chung frem­der Amts­trä­ger und Geld­wä­sche­rei.

Ein BSI-Be­ra­ter ist des­halb in Sin­ga­pur we­gen Gel­wä­sche­rei an­ge­klagt. Der Aus­gang für die Bank und den ein­zel­nen Be­ra­ter ist un­ge­wiss. Si­cher ist, dass Kun­den und ih­re Be­ra­ter die Bank in die­sem Um­feld ver­las­sen wer­den. Dies spie­gelt be­reits der Rück­gang der ver­wal­te­ten Ver­mö­gen von 92,3 Mrd. Fr. auf 84,3 Mrd. Fr. im ver­gan­ge­nen Jahr. Der gröss­te Teil dürf­te auf die Ent­wick­lung in Asi­en zu­rück­zu­füh­ren sein.

Das Ge­schäft der BSI in Asi­en droht aus­ein­an­der­zu­bre­chen. Lan­ge galt es als Per­le im Port­fo­lio der Tes­si­ner Bank. Auf­grund der ne­ga­ti­ven Schlag­zei­len ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Ver­mö­gens­ab­flüs­se wei­ter­ge­hen. Das be­las­tet. Ge­ra­de im hart um­kämpf­ten Wachs­tums­markt Asi­en.

Die Kon­kur­renz wird die wech­sel­wil­li­gen Be­ra­ter und die at­trak­ti­ven Kun­den mit of­fe­nen Ar­men emp­fan­gen – wenn nicht so­gar ak­tiv ab­wer­ben. Am Mon­tag hat Bo­ris Col­lar­di, CEO von Ju­li­us Bär, sei­ne Wachs­tums­stra­te­gie in Asi­en in ei­nem Ge­spräch mit der «Fi­nan­ci­al Ti­mes» be­kräf­tigt. Rund die Hälf­te der neu ein­zu­stel­len­den Kun­den­be­ra­ter wür­den in Asi­en re­kru­tiert.

Die jüngs­ten Er­eig­nis­se min­dern den Wert von BSI. Für Käu­fer EFG schmä­lert es die Aus­sich­ten. Ver­lo­re­ne Kun­den sind feh­len­de künf­ti­ge Ge­win­ne. Es wird lan­ge dau­ern, die­sen Rück­schlag wett­zu­ma­chen.

EFG hat im Rah­men der ge­plan­ten Über­nah­me stets be­tont, dass die Ri­si­ken be­kannt und gut ab­ge­si­chert sei­en. Sie kön­ne da­mit um­ge­hen.

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