Frei­spruch für Acker­mann

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ/KONSUM -

Mit Frei­sprü­chen für fünf ih­rer pro­mi­nen­tes­ten Ma­na­ger en­det für die Deut­sche Bank ein wich­ti­ges Ka­pi­tel im jah­re­lan­gen Streit über die Plei­te der Kir­chMe­di­en­grup­pe. Das Land­ge­richt München sprach Co-Chef Jür­gen Fit­schen, des­sen Vor­gän­ger Josef Acker­mann und Rolf Breu­er so­wie zwei wei­te­re Ex-Vor­stän­de vom Vor­wurf des ver­such­ten Be­trugs frei.

Es ge­be kei­nen Be­weis, dass die Ban­ker in ei­nem Scha­den­er­satz­pro­zess des frü­he­ren Me­di­en­ma­gna­ten Leo Kirch ein an­de­res Ge­richt be­lo­gen hät­ten, ur­teil­te die Straf­kam­mer am Mon­tag. «Die Tat­vor­wür­fe ha­ben sich nicht be­stä­tigt», sag­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Pe­ter Noll. «Das ist kein Frei­spruch ers­ter, zwei­ter oder drit­ter Klas­se. Das ist ein Frei­spruch, wie er sich ge­hört.»

Fit­schen kann sich da­mit auf der Haupt­ver­samm­lung im Mai mit weis­ser Wes­te in den Ru­he­stand ver­ab­schie­den. «Das Ur­teil ist so, wie ich es von An­fang an er­war­tet ha­be», sag­te der 67-Jäh­ri­ge, der den Chef­pos­ten künf­tig sei­nem Amts­kol­le­gen John Cryan al­lein über­lässt. Der Pro­zess war das letz­te gros­se Ge­richts­ver­fah­ren, in das die Bank im Zu­sam­men­hang mit dem Kol­laps des Me­di­en­im­pe­ri­ums von Leo Kirch vor 14 Jah­ren ver­wi­ckelt war. Kirch, der 2011 starb, mach­te die Bank für die Plei­te ver­ant­wort­lich, weil sich der da­ma­li­ge Chef Breu­er in ei­nem In­ter­view kri­tisch über Kirchs Kre­dit­wür­dig­keit ge­äus­sert hat­te.

Fit­schen, Acker­mann, Breu­er und zwei wei­te­re Ex-Vor­stän­de der Bank stan­den seit 28. April 2015 vor Ge­richt. Die An­kla­ge warf den Ban­kern ver­such­ten Be­trug in ei­nem Scha­den­er­satz­pro­zess vor, den der Me­dien­un­ter­neh­mer Leo Kirch ge­gen das In­sti­tut ge­führt hat­te. Die Ma­na­ger hät­ten ver­sucht, das da­ma­li­ge Ge­richt hin­ters Licht zu füh­ren, um ein Scha­den­er­satz­ur­teil ab­zu­wen­den. Die Staats­an­walt­schaft hat­te bis zu­letzt an die­sem Vor­wurf fest­ge­hal­ten und Frei­heits­stra­fen ge­for­dert. Die Ver­tei­di­ger plä­dier­ten auf Frei­spruch.

Den­noch ist sich die An­kla­ge­be­hör­de noch nicht si­cher, ob sie ge­gen das Ur­teil Re­vi­si­on beim Bun­des­ge­richts­hof (BGH) ein­legt. «Jetzt müs­sen wir uns über­le­gen, ob wir in ei­ne wei­te­re In­stanz ge­hen», sag­te ein Spre­cher der Staats­an­walt­schaft. «Ob wir jetzt bei un­se­rer Be­wer­tung blei­ben, das müs­sen wir uns über­le­gen.» Tra­di­tio­nell hebt der BGH Ur­tei­le der Vor­in­stan­zen nur sel­ten wie­der auf. In ei­nem Re­vi­si­ons­ver­fah­ren sam­melt das obers­te Bun­des­ge­richt kei­ne neu­en Be­wei­se, son­dern klärt le­dig­lich, ob das Land­ge­richt recht­lich sau­ber ge­ar­bei­tet hat. (Reuters)

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.