In schwie­ri­gem Um­feld die Mar­ge ver­bes­sert

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - MG

Ve­tro­pack ist ein Glas­ver­pa­ckungs­her­stel­ler mit Wer­ken in der Schweiz, in Ös­ter­reich, Tsche­chi­en, in der Slo­wa­kei, in Kroa­ti­en, in der Ukrai­ne und – seit ver­gan­ge­nem Jahr – in Ita­li­en. 2015 pro­du­zier­te Ve­tro­pack 4,64 Mrd. Glas­ver­pa­ckun­gen – 2% mehr als im Vor­jahr. Knapp 60% der Pro­duk­ti­on wur­den auf den Heim­märk­ten ab­ge­setzt, gut 40% gin­gen in den Ex­port, haupt­säch­lich nach We­st­eu­ro­pa, zu klei­ne­ren Tei­len auch nach Ost- und Süd­ost­eu­ro­pa.

Der Um­satz kam 2015 auf 557 Mio. Fr. zu ste­hen – 7% we­ni­ger als im Vor­jahr. Mass­ge­bend für den Rück­gang wa­ren vor al­lem die Auf­he­bung der Bin­dung des Fran­kens an den Eu­ro so­wie der Kur­szer­fall der ukrai­ni­schen Wäh­rung Hrywn­ja. Das führ­te zu ei­nem wäh­rungs­be­ding­ten Ver­lust auf dem Um­satz von 16%. Wäh­rungs­be­rei­nigt stie­gen die Ein­nah­men auf 653,3 Mio. Fr.

Als Be­triebs­ge­winn auf Stu­fe Ebit wur­den für das ver­gan­ge­ne Jahr 50,3 Mio. Fr. aus­ge­wie­sen. Der Ebit des Vor­jah­res von 49,1 Mio. Fr. war durch ein­ma­li­ge Rest­wert­ab­schrei­bun­gen und Ber­ei­ni­gun­gen des Fer­tig­wa­ren- und Er­satz­teil­la­gers be­las­tet. Die EbitMar­ge stieg auf 9% (2014: 8,2%). Das zeigt, dass das per­ma­nen­te Be­mü­hen von Ve­tro­pack, die Ef­fi­zi­enz zu stei­gern und die Kos­ten zu sen­ken, Er­folg hat. Der Preis­druck auf den eu­ro­päi­schen Märk­ten für Glas­ver­pa­ckun­gen geht so­mit nicht zu­las­ten der Mar­ge. CEO Clau­de Cor­naz hofft, die Mar­gen­ver­lus­te der ver­gan­ge­nen Jah­re auf­ho­len zu kön­nen. Das Ziel ist ei­ne EbitMar­ge von 10 bis 12% (vgl. In­ter­view oben). Un­ter dem Strich re­sul­tier­te ein Über­schuss von 42,1 Mio. Fr. – 15% we­ni­ger als 2014. Der Cash­flow blieb mit 103,7 Mio. Fr. auf dem ho­hen Ni­veau des Vor­jah­res ste­hen.

Der Ver­wal­tungs­rat schlägt der Ge­ne­ral­ver­samm­lung vom 11. Mai auf der Grund­la­ge der Zah­len 2015 die Aus­schüt­tung ei­ner un­ver­än­der­ten Di­vi­den­de von 38.50 Fr. je In­ha­ber­ak­tie und 7.70 Fr. je Na­men­ak­tie vor. Das er­gibt für die In­ha­ber­pa­pie­re ei­ne Ren­di­te von 2,5%.

Die Ak­ti­en Ve­tro­pack ver­lo­ren 2015 rund 3%. Seit An­fang Jahr sind noch­mals 4,5% da­zu­ge­kom­men. Für ei­ne Trend­wen­de wä­re ei­ne si­gni­fi­kan­te Ver­bes­se­rung des Ge­schäfts­er­geb­nis­ses von­nö­ten. Doch das wird kaum ein­tre­ten. Die eu­ro­päi­schen Glas­ver­pa­ckungs­märk­te wach­sen nur noch schwach, und leich­te Über­ka­pa­zi­tä­ten hal­ten den Preis­druck hoch. «Die Er­trags­la­ge wird an­ge­spannt blei­ben», sagt denn auch CEO Cor­naz. Für An­le­ger drängt sich ein En­ga­ge­ment in den Ve­tro­pack-Va­lo­ren des­halb vor­läu­fig nicht auf.

«Es war nie un­se­re Stra­te­gie, in den mehr oder we­ni­ger ge­sät­tig­ten Märk­ten We­st­eu­ro­pas et­was zu kau­fen.»

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.