Chi­na als der Trei­ber

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Roh­stoff­an­le­ger ha­ben der­zeit spe­zi­ell Gold, des­sen Preis seit Jah­res­be­ginn 17% zu­ge­legt hat, im Blick. Als Al­ter­na­ti­ve ist auch Sil­ber, das sich im April 10% ver­teu­er­te, wie­der be­gehrt. Noch kei­ne Re­nais­sance er­lebt hat bis­her ein an­de­res Me­tall: Der Uran­preis ist heu­er ei­nen Fünf­tel auf un­ter 28 $ je Pfund ge­fal­len.

Doch man­che er­war­ten auch da ei­ne Trend­wen­de. Da­von wür­den, ana­log zum Fall von Gold und Sil­ber, auch die Ak­ti­en von Uran­ge­sell­schaf­ten stark pro­fi­tie­ren. Da­zu ge­hört die in Co­lo­ra­do be­hei­ma­te­te Ur-Ener­gy (New York: URG, Kurs: 0.51 $, Bör­sen­wert 73,2 Mio. $).

Uran wird wie­der knapp

Die Hoff­nung auf ei­ne Preis­wen­de ruht auf der The­se, dass bei Uran Ver­sor­gungs­eng­päs­se dro­hen. Das An­ge­bot nimmt ab, die US-Pro­duk­ti­on lag 2015 auf dem nied­rigs­ten Ni­veau seit zehn Jah­ren. Auf der an­de­ren Sei­te wird mit ei­ner stei­gen­den Nach­fra­ge ge­rech­net: Der­zeit be­trägt der Be­darf an Uran jähr­lich et­was über 170 Mio. Pfund. Bis 2025 soll er auf 220 Mio. Pfund stei­gen.

Pro­du­ziert wer­den ak­tu­ell um 145 Mio. Pfund Uran. Dass noch ein Über­an­ge­bot be­steht, er­klärt sich mit den La­ger­be­stän­den: Aus die­ser Quelle kom­men 40 Mio. Pfund Uran p. a. auf den Markt, bis jetzt. Doch die La­ger (u. a. aus Abrüs­tung) sind bald auf­ge­zehrt.

Die pro­gnos­ti­zier­te Nach­fra­ge­stei­ge­rung be­ruht auf der An­nah­me, dass Kern­kraft glo­bal ei­ne ge­wis­se Re­nais­sance er­le­ben wird – vor­ab dank Chi­na. Das Land lei­det un­ter Um­welt­be­las­tung, mit­ver­ur­sacht durch Dreck­schleu­dern bei der Ener­gie­ge­win­nung, die Koh­le­kraft­wer­ke. Die Macht­ha­ber wol­len den An­teil an sau­be­ren Ener­gi­en er­hö­hen: Der 13. Fünf­jah­res­plan für 2016 bis 2020 setzt auf Was­ser­kraft, Wind, Pho­to­vol­ta­ik – und auf Atom­ener­gie.

Chi­na hat 60 neue AKW in Bau; es will aus sei­nen Re­ak­to­ren gar welt­wei­te Ver­kaufs­schla­ger ma­chen. Ex­per­ten war­nen vor der ra­schen Ex­pan­si­on von Chi­nas Nu­kle­ar­in­dus­trie – ge­ra­de die­ser Ta­ge wird man an die Ri­si­ken von Atom­ener­gie er­in­nert: Vor dreis­sig Jah­ren, am 26. April 1986, ex­plo­dier­te das AKW Tscher­no­byl. In Eu­ro­pa gel­ten heu­te ge­ra­de die bel­gi­schen Re­ak­to­ren Ti­han­ge und Do­el als Si­cher­heits­ri­si­ko, we­gen Zwi­schen­fäl­len und der Ter­ror­ge­fahr.

Ge­rüs­tet für Preis­an­stieg

Die Atom­ener­gie bleibt um­strit­ten. Für den Fall ei­ner Nach­fra­ge­stei­ge­rung bei Uran ist Ur-Ener­gy aber gut ge­rüs­tet: In ih­rer Mi­ne Lost Creek in Wyo­ming pro­du­ziert sie Uran günstig für un­ter 30 $ je Pfund. Da­zu ver­fügt sie via die 2013 über­nom­me­ne Pa­th­fin­der Mi­nes resp. die zu­ge­hö­ri­gen Mi­nen Shir­ley Ba­sin und Lu­cky Mc (eben­falls in Wyo­ming) über ei­ni­ges Ex­plo­ra­ti­ons­po­ten­zi­al.

Ur-Ener­gy mach­te 2015 noch Ver­lust. Steigt der Uran­preis, pro­fi­tiert der An­le­ger aber von ei­nem gros­sen He­bel: Die Ana­lys­ten, die Ur-Ener­gy ver­fol­gen und den Ti­tel al­len zum Kauf emp­feh­len, ha­ben ge­mäss Bloom­berg im Schnitt ein Kurs­ziel von 1.93 $ ge­setzt.

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