Glen­co­re be­gibt 250 Mio. Fr.

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MAN­FRED KRÖLLER

GMBF-Ren­di­te bleibt bei –0,92%, Moo­dy’s ver­bes­sert Aus­blick ös­ter­rei­chi­scher Banken.

Zu­erst sah es so aus, als be­gän­ne die Wo­che am Pri­mär­markt – nach der recht re­gen Emis­si­ons­tä­tig­keit der Vor­wo­che – ge­schäfts­los. Doch dann brach­ten Cre­dit Suis­se (CS) und UBS am Di­ens­tag 21⁄ Glen­co­re Fi­nan­ce 2016/2021 über 250 Mio. Fr. zu pa­ri un­ter. Der Zu­ger Roh­stoff­han­dels­kon­zern zahl­te für den fünf­jäh­ri­gen Bond ei­nen Ren­di­te­auf­schlag (Spre­ad) von 279,5 Ba­sis­punk­ten (Bp) über SwapMit­te. Man ha­be den Bond aber pri­mär auf ei­ner Ren­di­te von 21⁄ 4% ge­preist, ver­lau­tet aus dem Kon- sor­ti­um. Moo­dy’s und Stan­dard & Poor’s stu­fen Glen­co­re mit Baa3 bzw. BBB– ein.

An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen (GMBF) wur­den am Di­ens­tag gut 367 Mio. Fr. zu­ge­teilt. Es gab Ge­bo­te über 4,273 Mrd. Fr. Die Ren­di­te blieb mit –0,924% ge­gen­über der Vor­wo­che un­ver­än­dert. Die täg­lich von der SNB er­rech­ne­te Durch­schnitts­ren­di­te für zehn­jäh­ri­ge Bun­des­ob­li­ga­tio­nen ist da­ge­gen auf –0,24% ge­stie­gen, nach –0,26% am Mon­tag.

Moo­dy’s hat den Aus­blick für ver­schie­de­ne ös­ter­rei­chi­sche Banken von Ne­ga­tiv auf Sta­bil an­ge­ho­ben. Dar­un­ter sind auch die Fran- ken­schuld­ner Hy­po Ti­rol Bank, Pfand­brief­bank Ös­ter­reich (bei­de un­ver­än­dert Ba1) so­wie Vor­arl­ber­ger Lan­des- und Hy­po­the­ken­bank (Baa1). Im Zu­sam­men­hang mit den Zah­lungs­pro­ble­men der ehe­ma­li­gen Kärnt­ner Lan­des­bank Hy­po Al­pe Adria (heu­te: He­ta As­set Re­so­lu­ti­on) hat­te Moo­dy’s über Jah­re die Bo­ni­tät ver­schie­de­ner ös­ter­rei­chi­scher Banken zu­rück­ge­stuft. Nach­dem nun die Fi­nanz­markt­auf­sicht der Al­pen­re­pu­blik ei­nen Schul­den­schnitt für die He­ta-Gläu­bi­ger an­ge­kün­digt hat, sieht Moo­dy’s für die an­de­ren Banken des Lan­des ei­ne ge­wis­se Sta­bi­li­sie­rung in der Be­wer­tung.

In der Schweiz dreht sich «das Plei­te­ka­rus­sell mun­ter wei­ter», heisst es in ei­ner Mit­tei­lung des Wirt­schafts­in­for­ma­ti­ons­diens­tes Bis­node D&B. Nach­dem auf­grund der schwie­ri­gen Wirt­schafts­la­ge schon 2015 die Un­ter­neh­mens­kon­kur­se 7% ge­stie­gen sei­en, se­he es im ers­ten Quar­tal 2016 nicht viel bes­ser aus. Die In­sol­ven­zen nah­men im Jah­res­ver­gleich 2% auf 1151 zu, vor al­lem in der fran­zö­sisch­spra­chi­gen Schweiz (+16%), in Zü­rich (+14%) und in der Nord­west­schweiz (+13%).

Zu­rück gin­gen die Fir­men­plei­ten in der Ost­schweiz (–4%), im Tes­sin (–7%), im Mit­tel­land (–8%) so­wie in der Zen­tral­schweiz (–23%). 10 365 Fir­men­neu­grün­dun­gen wur­den im ers­ten Quar­tal im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen, 1% mehr als im Vor­jahr.

«Die Fi­nanz­markt­in­te­gra­ti­on im Eu­ro-Wäh­rungs­ge­biet nimmt zu, wenn auch lang­sa­mer als zu­vor», schreibt die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) zur Prä­sen­ta­ti­on ih­res dies­jäh­ri­gen Fi­nanz­markt-In­te­gra­ti­ons­be­richts am Di­ens­tag. Die jüngs­ten Fi­nanz­markt­tur­bu­len­zen soll­ten die wei­te­re In­te­gra­ti­on nicht be­ein­träch­ti­gen. Laut EZB ha­ben sich die Kre­dit­zin­sen im Pri­vat­kun­den­ge­schäft «län­der­über­grei­fend wei­ter an­ge­nä­hert», seit dem Früh­jahr/ Som­mer 2015 al­ler­dings ver­lang­samt. Ge­wis­se Un­ter­schie­de bei den An­lei­he­ren­di­ten lies­sen sich auf ei­ne zu­neh­men­de Ri­si­ko­aver­si­on an den glo­ba­len Fi­nanz­märk­ten und auf die Fun­da­men­tal­da­ten der Län­der zu­rück­füh­ren.

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