Bu­chers Durch­hän­ger ist Kauf­chan­ce

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Die Quar­tals­zah­len von Bu­cher zei­gen: Der Ne­ga­tiv­trend ist noch nicht ge­bro­chen. Vor al­lem die mit ei­nem An­teil von 48% um­satz­stärks­te Di­vi­si­on, die Land­ma­schi­nen­toch­ter Kuhn Group, ver­liert noch­mals zwei­stel­lig (vgl. Ta­bel­le).

Dass der Krebs­gang 2016 wei­ter­geht, war zwar ab­seh­bar, Bu­cher ver­an­schlag­te im Fe­bru­ar für das ge­sam­te 2016 ei­nen Rück­gang im letzt­jäh­ri­gen Aus­mass (–8,5%). Grund ist die nied­ri­ge In­ves­ti­ti­ons­be­reit­schaft der Land­wir­te, ver­ur­sacht durch tie­fe Roh­wa­ren­prei­se.

Doch lag das Tem­po der Schrump­fung im ers­ten Quar­tal klar über die­sem Wert. Das steht auf den ers­ten Blick in Kon­trast zu Kon­kur­ren­ten wie et­wa Ag­co (zu dem Land­ma­schi­nen­mar­ken wie Mas­sey Fer­gu­son, Fendt oder Fel­la zäh­len), der für das ers­te Quar­tal ei­nen Um­satz­rück­gang um bloss 3% mel­de­te.

Al­ler­dings kön­nen Quar­tals­zah­len als Trend­in­di­ka­tor oft täu­schen, weil die dar­in ent­hal­te­nen Ba­sis- und La­ger­ef­fek­te ei­nen gros­sen Ein­fluss ha­ben. So ver­glei­chen sich die Kuhn-Zah­len mit ei­nem ver­gleichs­wei­se ro­bus­ten Vor­jah­res­quar­tal (–7%), wäh­rend es im Fall von Ag­co ge­ra­de um­ge­kehrt ist. Dort war der Rück­schlag im ers­ten Quar­tal 2015 mit über 15% be­son­ders aus­ge­prägt.

Dass es schnell zu ei­ner Trend­wen­de kommt, er­war­tet Bu­cher nicht. Dee­re schätzt, dass sich die Nach­fra­ge 2016 im nord­ame­ri­ka­ni­schen Markt bran­chen­weit 15 bis 20% zu­rück­bil­den wird, in Süd­ame­ri­ka 10 bis 15% und in Eu­ro­pa null bis 5%. Zwar sind in der Ent­wick­lung der Prei­se von Agrar­roh­wa­ren An­zei­chen ei­ner Sta­bi­li­sie­rung zu er­ken­nen. Doch der Ma­schi­nen­park in der Land­wirt­schaft ist nach den ho­hen In­ves­ti­tio­nen in den gu­ten Jah­ren recht jung, was zu­sätz­lich auf die Nach­fra­ge drückt.

Län­ger­fris­tig blei­ben die Aus­sich­ten für Land­ma­schi­nen­her­stel­ler gut, weil die Nach­fra­ge nach Nah­rungs­mit­teln kon­ti­nu­ier­lich steigt, was Be­darf für Land­ma­schi­nen schafft.

In den üb­ri­gen fünf Di­vi­sio­nen ha­ben sich die Ge­schäf­te an­nä­hernd ge­mäss Pro­gno­se ent­wi­ckelt (vgl. Ta­bel­le). Bei Bu­cher Mu­ni­ci­pal ist ein vor Jah­res­frist er­hal­te­ner Gross­auf­trag aus Mos­kau über 30 Mio. Fr. zu be­rück­sich­ti­gen.

Für das Ge­samt­jahr geht Bu­cher grup­pen­weit von ei­nem ge­hal­te­nen Um­satz aus, wo­bei die kürz­lich voll­zo­ge­ne Ak­qui­si­ti­on der dä­ni­schen JHL (64 Mio. Um­satz) in die Pro­gno­se ein­be­zo­gen ist.

Die Pro­gno­se be­deu­tet aber auch: In den rest­li­chen drei Quar­ta­len muss das Ge­schäft bes­ser lau­fen als im ers­ten.

Die Ak­ti­en Bu­cher sind be­zo­gen auf 2016 mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 16 be­wer­tet, was für ei­nen Qua­li­täts­ti­tel mit so­li­der Bi­lanz und ver­läss­li­chem Ma­nage­ment güns­tig er­scheint. Zu­dem ba­siert die Be­wer­tung nicht auf Spit­zen­er­geb­nis­sen, son­dern auf ei­nem nor­ma­len oder gar un­ter­durch­schnitt­li­chen Jahr, was die güns­ti­ge Be­wer­tungs­hö­he noch un­ter­streicht. Des­halb gilt: Jetzt ist ein gu­ter Zeit­punkt, um Bu­cher-Ak­ti­en zu kau­fen.

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