CS-Ak­tio­nä­re ni­cken Jahr ab

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - RK

Zu re­den gab es viel, pas­siert ist we­nig. Fünf St­un­den dau­er­te die Ge­ne­ral­ver­samm­lung (GV) der Cre­dit Suis­se am Frei­tag – und dann wa­ren al­le An­trä­ge des Ver­wal­tungs­rats an­ge­nom­men. De­tails zum Ge­schäfts­ver­lauf im ers­ten Quar­tal gab es kei­ne.

Rund 1600 Ak­tio­nä­re fan­den sich zur GV der Gross­bank im Zürcher Hal­len­sta­di­on ein. Sie ver­tra­ten zu­sam­men al­ler­dings ge­ra­de mal 1,15% der Stim­men. Über 98% der Stim­men wur­den vom un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter aus­ge­übt, der be­reits vor Be­ginn der Ver­an­stal­tung hat­te in­stru­iert wer­den müs­sen.

Die­ser Um­stand hielt die Klein­ak­tio­nä­re je­doch nicht da­von ab, ih­ren Un­mut zu äus­sern: Kri­ti­siert wur­de die «Trans­fer­zah­lung» von fast 15 Mio. Fr., die der neue CEO Tid­ja­ne Thi­am in Form von CS-Ak­ti­en er­hielt als Er­satz für den Ver­lust von Bo­nus­an­sprü­chen ge­gen­über sei­nem frü­he­ren Ar­beit­ge­ber. Das «De­ba­kel­jahr» wur­de be­klagt, zu dem die ver­spro­che­nen Bo­ni in kei­nem ak­zep­ta­blen Ver­hält­nis stün­den. In eben­die­sem Kon­text wur­de ar­gu­men­tiert, «der Räu­ber darf die Beu­te auch nicht be­hal­ten». Von der Ak­tio­närs­ver­ei­ni­gung Ac­ta­res be­klag­te Ru­dolf Mey­er man­geln­de Ver­ant­wor­tung. «Ram­sch­pa­pie­re tauch­ten aus dem Nichts auf», und nie­mand will et­was ge­wusst ha­ben. Do­mi­ni­que Bie­der­mann vom Stimm­rechts­be­ra­ter Ethos sorg­te sich um das Ka­pi­tal­pols­ter der Bank. Die Bank blei­be «ei­ne Bau­stel­le».

Am deut­lichs­ten schlug die Op­po­si­ti­on bei der Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung zum Ver­gü­tungs­be­richt durch. Doch knapp 80% der Stim­men folg­ten dem Ver­wal­tungs­rat. Auch die Bo­ni für die Ge­schäfts­lei­tung für das Ge­schäfts­jahr 2015 im Um­fang von 34,5 Mio. Fr. wur­den mit 81,5% gut­ge­heis­sen – 3,5 Pro­zent­punk­te tie­fer als das Trak­tan­dum zur fi­xen Ver­gü­tung für das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr.

Für die lang­fris­ti­gen va­ria­blen Ver­gü­tungs­ele­men­te wur­de für das lau­fen­de Jahr ein Be­trag von 49 Mio. Fr. be­wil­ligt. Ih­re Zu­tei­lung ist an Kri­te­ri­en ge­bun­den, die sich eng an den neu­en Zie­len des Ma­nage­ments im Hin­blick auf 2018 ori­en­tie­ren, ver­sprach Ver­wal­tungs­rat Urs Roh­ner der Ge­ne­ral­ver­samm­lung. Roh­ner ver­si­cher­te zu­dem, der ab­ge­tre­te­ne CEO Bra­dy Dou­gan ha­be kei­ne Ab­gangs­ent­schä­di­gung er­hal­ten. Sei­ne Ver­gü­tung ha­be sich pro ra­ta auf dem Ni­veau des Vor­jah­res ge­hal­ten.

Al­le bis­he­ri­gen Ver­wal­tungs­rä­te wur­den mit ge­gen 95% Zu­stim­mung wie­der­ge­wählt, eben­so die Neu­zu­gän­ge Alex­an­der Gut und Jo­aquin Ribeiro. Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Urs Roh­ner wur­de mit 92% der Stim­men wie­der­ge­wählt. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Cre­dit Suis­se im On­line-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/CSGN

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