Ak­ti­en­per­for­mance spie­gelt die schwie­ri­ge La­ge im Sek­tor

Finanz und Wirtschaft - - ENERGIE -

We­gen wid­ri­ger Rah­men­be­din­gun­gen sind die Aus­sich­ten für Al­piq, rasch zu nach­hal­ti­ger Pro­fi­ta­bi­li­tät zu­rück­zu­keh­ren, ge­ring. Um­satz und Mar­ge ste­hen un­ter Druck (vgl. Gra­fik links). Weil der Strom­kon­zern im Bran­chen­ver­gleich stark markt­ori­en­tiert und in­ter­na­tio­nal aus­ge­rich­tet ist, trifft ihn die Kri­se im Sek­tor ver­gleichs­wei­se hart. Die Prei­se für Elek­tri­zi­tät im eu­ro­päi­schen Gross­han­del sind seit Jah­ren im frei­en Fall. Dies hat meh­re­re Grün­de. Sub­ven­tio­nier­te So­larund Wind­ener­gie wur­de vor al­lem im deutsch­spra­chi­gen Raum aus­ge­baut und ver­dräng­te kon­ven­tio­nell pro­du­zier­ten Strom. Hin­zu ka­men ein kon­junk­tu­rell be­ding­ter Nach­fra­ge­rück­gang so­wie stark sin­ken­de Prei­se für Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­te.

Al­piq muss­te ho­he Wert­be­rich­ti­gun­gen auf den Kraft­werks­park vor­neh­men, was 2011, 2012, 2014 und 2015 für tief­ro­te Zah­len sorg­te. Den­noch zahl­te das Un­ter­neh­men noch lan­ge ei­ne Di­vi­den­de, zu­letzt mit der Wahl­mög­lich­keit zwi­schen Bar­aus­schüt- tung und Ak­ti­en­be­zug. Erst für das ver­gan­ge­ne Ge­schäfts­jahr strich der Strom­kon­zern die Di­vi­den­de kom­plett. Die Ak­ti­en­per­for­mance von –87% seit dem ope­ra­ti­ven Start – das Un­ter­neh­men ent­stand An­fang 2009 aus dem Zu­sam­men­schluss der Deutsch­schwei­zer Atel und der West­schwei­zer EOS – un­ter­streicht die schwie­ri­ge La­ge. (vgl. Chart).

Seit 2011 läuft ei­ne Re­struk­tu­rie­rung. Al­piq ver­sucht, die Ab­hän­gig­keit von der kon­ven­tio­nel­len Strom­pro­duk­ti­on mit dem Aus­bau von Ener­gie­dienst­leis­tun­gen zu ver­rin- gern. Die Net­to­ver­schul­dung des Un­ter­neh­mens von über 4,7 Mrd. Fr. per En­de 2011 wur­de seit­her ab­ge­baut. Al­piq ver­kauft Ak­ti­vi­tä­ten und Be­tei­li­gun­gen im In- und Aus­land, um die Schul­den­last zu re­du­zie­ren. Auch des­halb hat sich der Um­satz in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mehr als hal­biert.

Die­se Wo­che gab Al­piq be­kannt, dass Bran­chen­nach­ba­rin BKW die 38,7%-Be­tei­li­gung am So­lo­thur­ner Ver­sor­ger AEK über­neh­men will. Der Ver­kauf ei­nes An­teils an der na­tio­na­len Netz­ge­sell­schaft Swiss­grid hakt der­weil seit län­ge­rem, und die in­ter­es­sier­ten Par­tei­en su­chen ei­ne Lö­sung.

Auf­grund der Struk­tu­ren in Ak­tio­na­ri­at und Ver­wal­tungs­rat (vgl. Gra­fik rechts und Ta­bel­le) sind die In­ter­es­sen von Pri­vat­an­le­gern un­ter­ver­tre­ten. Die wei­te­re Ge­schäfts­ent­wick­lung ist stark da­von ab­hän­gig, wel­che Rich­tung die Ener­gie­po­li­tik ein­schlägt. Na­tio­nal et­wa mit Blick auf die Gross­was­ser­kraft, aber auch auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne. An­ge­sichts der Un­si­cher­hei­ten emp­feh­len sich die Ti­tel ak­tu­ell nicht zum Kauf.

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