US-No­ten­bank im War­te­mo­dus

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CG

Die Hür­den für ei­ne wei­te­re Zins­er­hö­hung in den USA sind hoch. Wie die Bank of Ja­pan setzt auch das Fe­deral Re­ser­ve vor­erst auf Ab­war­ten, wie es in ei­ner zu­rück­hal­ten­den Ein­schät­zung zur Kon­junk­tur­la­ge si­gna­li­siert. «Es scheint, dass sich die wirt­schaft­li­che Ak­ti­vi­tät ver­lang­samt hat», stell­te die US-No­ten­bank die­se Wo­che nach ih­rer Sit­zung fest. «Das Wachs­tum der Kon­sum­aus­ga­ben hat sich ab­ge­kühlt», heisst es dar­in wei­ter. Zu­dem blei­be die In­fla­ti­ons­ra­te tief.

Die US- Wirtschaft ist im ers­ten Quar­tal fast sta­gniert. Ge­mäss ei­ner ers­ten Be­rech­nung hat das Brut­to­in­land­pro­dukt le­dig­lich 0,5% zu­ge­nom­men. Das, nach­dem sich das Ex­pan­si­ons­tem­po be­reits im Schluss­ab­schnitt des letz­ten Jah­res auf 1,4% ver­lang­sam­te. Auch für das zwei­te Quar­tal stim­men ers­te An­halts­punk­te vor­sich­tig. Der Ein­kaufs­ma­na­ger­index zur Gross­re­gi­on Chicago, der als wich­ti­ger Vor­lau­fin­di­ka­tor gilt, ist im April von 53,6 auf 50,4 ge­sun­ken. Wei­te­re Schlüs­sel­da­ten ste­hen nächs­te Wo­che mit dem ISM-In­dex zur In­dus­trie und zum Di­enst­leis­tungs­sek­tor so­wie mit den mo­nat­li­chen Ar­beits­markt­da­ten an.

Kei­ne Ent­war­nung gibt der Vor­sitz der US-No­ten­bank, was die glo­ba­le Gross­wet­ter­la­ge be­trifft. An­ders als bei der letz­ten Sit­zung vom März spricht er zwar nicht mehr von ei­nem di­rek­ten Ri­si­ko. «Das Ko­mi­tee ver­folgt die In­di­ka­to­ren zur In­fla­ti­on und die welt­wei­te Ent­wick­lung der Wirtschaft so­wie der Fi­nanz­märk­te wei­ter­hin ge­nau», heisst es aber im State­ment. Wie an den zwei vor­he­ri­gen Tref­fen ha­ben die Wäh­rungs­hü­ter auf ei­ne Ein­schät­zung ver­zich­tet, ob sie in den nächs­ten Mo­na­ten eher mit ei­ner Auf­hel­lung oder Ein­trü­bung ih­res Aus­blicks rech­nen.

Im De­zem­ber hat­te das Fe­deral Re­ser­ve die Ziel­ra­te für den Leit­zins erst­mals leicht auf 0,25 bis 0,5% er­höht. An der Sit­zung vom März senk­te es sei­ne Pro­gno­se von vier auf zwei Zins­schrit­te für 2016. Doch selbst das wird sich als schwie­rig er­wei­sen. An der Chi­ca­go­er Ter­min­bör­se be­zif­fer­ten In­ves­to­ren die Chan­ce am Frei­tag auf we­ni­ger als 20%, dass es an der nächs­ten Fed-Sit­zung im Ju­ni zu ei­ner Zins­er­hö­hung kommt. Erst ab dem Tref­fen vom De­zem­ber stu­fen sie die Wahr­schein­lich­keit auf über 50% ein.

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