Staats­fonds im Zah­lungs­aus­fall

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Das Di­ckicht um den ma­lay­si­schen Staats­fonds 1 Ma­lay­sia De­ve­lop­ment Ber­had (1MDB) ist auch nach wo­chen­lan­gen Un­ter­su­chun­gen nicht durch­schau­bar. Be­hör­den in meh­re­ren Staa­ten – dar­un­ter die Schwei­zer Bun­des­an­walt­schaft – er­mit­teln. Bis­her scheint nur fest­zu­ste­hen, dass 1MDB zwi­schen 2010 und 2015 rund 42 Mrd. $ Schul­den in sei­ne Bi­lanz ge­packt hat und da­bei Mil­li­ar­den­sum­men über meh­re­re Ban­ken ver­scho­ben wur­den. Auch ein ara­bi­scher Staats­fonds ist in den Fall ver­wi­ckelt.

Seit Di­ens­tag ist klar, dass sich 1MDB nach Ablauf ei­ner Frist zur Be­die­nung ei­ner An­lei­he von 1,75 Mrd. $ in ei­nem Zah­lungs­aus­fall (De­fault) be­fin­det. Grund ist ein Streit über ei­ne Ga­ran­tie­funk­ti­on ei­nes Staats­fonds der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te. Das hat weit über den kon­kre­ten Fall hin­aus Be­deu­tung. Ma­lay­sia könn­te in Fol­ge des Ver­trau­ens­ver­lusts für Fremd­gel­der ei­ne weit hö­he­re Ri­si­ko­prä­mie zah­len müs­sen als bis­her. Die ma­lay­si­sche In­nen­po­li­tik, in der die die Nä­he von Geld und Macht seit Jahr­zehn­ten für Skan­da­le sorgt, steht da­durch in ei­nem schlech­ten Licht da.

Pre­mier­mi­nis­ter Na­jib Riz­ak, der in sei­ner Dop­pel­funk­ti­on als Fi­nanz­mi­nis­ter obers­ter Ver­ant­wort­li­cher von 1MDB ist, wird da­bei nicht zum ers­ten Mal im Zu­sam­men­hang mit Schwarz­geld ge­nannt. Als er 1997 das Amt des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters be­klei­de­te, wur­den bei Rüs­tungs­auf­trä­gen mit Frank­reich in grös­se­rem Um­fang Schmier­gel­der be­zahlt. Sie sind nicht in ers­ter Li­nie in die Ta­schen von Po­li­ti­kern und Be­am­ten ge­flos­sen, son­dern wur­den für die Par­tei­en­fi­nan­zie­rung ver­wen­det.

Soll­ten die Vor­wür­fe von un­treu­er Ge­schäfts­füh­rung im Fal­le des 1MDB-Skan­dal zu­tref­fen, wur­de wohl auch hier die Par­tei UMNO von Na­jib mit Gel­dern aus­ge­stat­tet. Seit der Un­ab­hän­gig­keit vor 58 Jah­ren kann sich die UMNO trotz ei­nes ste­tig schwin­den­den Wäh­ler­an­teils nur dank ei­ner prall ge­füll­ten schwar­zen Kas­se an der Macht hal­ten.

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