Ein Schub für Edelmetalle

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - RO­MAN VON AH

Ju­ni­or Mi­ners hän­gen eta­blier­te Gold­för­de­rer ab.

Mehr vom Glei­chen – so las­sen sich die jüngs­ten Kon­junk­tur­da­ten und die Ent­wick­lung an den Fi­nanz­märk­ten zu­sam­men­fas­sen. Die US-Wirtschaft weist wei­ter­hin ro­bust po­si­ti­ve Wachs­tums­ra­ten auf. Et­was schwä­cher, aber den­noch mit po­si­ti­ver Ten­denz zeigt sich Eu­ro­pa, wo die EZB wei­ter­hin an der Po­li­tik der Brech­stan­ge fest­hält. Nach wie vor im Raum ste­hen Fra­gen nach der Stär­ke und dem wei­te­ren Ver­lauf der chi­ne­si­schen Wirtschaft. Mit Blick auf die Per­for­mance der Schwel­len­län­der­ak­ti­en mag er­stau­nen, dass sie in Dol­lar seit Jah­res­an­fang fast 7% ge­stie­gen sind, in Fran­ken im­mer­hin halb so viel.

Die US-No­ten­bank Fed agiert äus­serst zu­rück­hal­tend im Vor­ha­ben, die Zin­sen zu nor­ma­li­sie­ren. Die April­sit­zung hat er­war­tungs­ge­mäss kei­nen Zins­ent­scheid ge­bracht, aber die Kom­mu­ni­ka­ti­on lässt Zins­schrit­te in die­sem Jahr wei­ter­hin zu. An­fang Jahr setz­ten die Markt­teil­neh­mer mehr­heit­lich auf ei­ne Zins­er­hö­hung im März oder April. Die Ter­min­märk­te für die Fed Funds Ra­te im­pli­zie­ren der­zeit ei­ne Wahr­schein­lich­keit von le­dig­lich 12% für ei­ne Zins­er­hö­hung im Ju­ni.

Gold hat im April in Dol­lar rund 4% ge­won­nen und da­mit den brei­ten US-Ak­ti­en­markt um 3 Pro­zent­punk­te ge­schla­gen. Die Ren­di­ten zehn­jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen zo­gen im Vor­feld der Fed-Sit­zung am Mittwoch von 1,77 auf 1,93% an, um sich dann bei 1,83% ein­zu­pen­deln.

Die Gold­be­stän­de ko­tier­ter Gold­fonds (ETF) ha­ben sich im April auf ho­hem Ni­veau be­haup­tet. Sie lie­gen 8% hö­her als vor ei­nem Jahr. Bei Sil­ber sind die Be­stän­de der ETF im sel­ben Zei­t­raum rund 2% ge­stie­gen. ETF auf die in­dus­tri­el­len Edelmetalle Pla­tin und Pal­la­di­um ver­zeich­ne­ten da­ge­gen Ab­flüs­se in der Grös­sen­ord­nung von 10 bzw. 22%.

Ei­ne glän­zen­de Per­for­mance ha­ben in die­sem Jahr die Gold­mi­nen­ak­ti­en er­zielt. Der NYSE Gold Bugs In­dex no­tiert mehr als 80% im Plus. Bei der Be­trach­tung der In­dex­trei­ber fällt auf, dass die Ti­tel der so­ge­nann­ten Ju­ni­or Mi­ners, al­so Ex­plo­ra­ti­ons­fir­men und sol­che, die kurz vor der Pro­duk­ti­on ste­hen, vor den gros­sen eta­blier­ten Gold­pro­du­zen­ten lie­gen. Dies er­klärt sich zum Teil mit der an­ge­spann­ten Si­tua­ti­on der Mi­nen­in­dus­trie be­züg­lich Aus­bau ih­rer zu­künf­ti­gen Pro­duk­ti­on. Gold­corp, der ehe­ma­li­ge Stern der Gold­mi­nen­in­dus­trie, be­kun­det Mü­he mit der Pro­duk­ti­on. Die neus­ten Zah­len zei­gen, dass der Aus­stoss im ers­ten Quar­tal 2016 14% ge­sun­ken ist. Die ge­schätz­te Pro­duk­ti­on für das ge­sam­te Jahr dürf­te da­mit rund 500 000 Un­zen tie­fer aus­fal­len als 2015. Für Gold­corp wä­re es das ers­te Jahr seit 2008 mit fal­len­der Pro­duk­ti­on. Die­ses Bild ist sym­pto­ma­tisch für die ge­sam­te Bran­che. Seit 1995 fin­den Mi­nen­fir­men lau­fend we­ni­ger neue Gold­re­ser­ven, und dem­zu­fol­ge nimmt auch die An­zahl neu­er Gold­mi­nen ab.

Hier kön­nen er­folg­rei­che Ex­plo­ra­ti­ons­fir­men Mehr­wert schaf­fen, wenn sie neue Gold­res­sour­cen ent­de­cken und er­schlies­sen. Je nä­her ei­ne Gold­quel­le zur Pro­duk­ti­ons­rei­fe ge­bracht wird, um­so mehr sinkt die je­wei­li­ge Ri­si­ko­prä­mie des Un­ter­neh­mens. Die Markt­teil­neh­mer be­ur­tei­len die Gold­re­ser­ven im Bo­den mit hö­he­rer Er­folgs­wahr­schein­lich­keit und die Ak­tie ge­winnt noch schnel­ler an Wert. Das zeigt das Bei­spiel von Gu­ya­na Gold­fiel­ds. Der Ak­ti­en­kurs stieg seit An­fang Jahr rund 120%. Die Fir­ma konn­te vor ein paar Mo­na­ten ih­re ers­te Gold­mi­ne in Be­trieb neh­men und baut durch wei­te­re, wenn im­mer auch ris­kan­te Ex­plo­ra­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten ihr Po­ten­zi­al wei­ter aus.

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