Mohn

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

In Af­gha­nis­tan blüht und ge­deiht Mohn auf et­wa 200 000 Hekt­ar Acker­land. Das sind Schät­zun­gen der Uno für die­ses Jahr. Im Ver­gleich zu 2015 ist die An­bau­flä­che et­wa 10% ge­wach­sen. Sie ist da­mit grös­ser als die ge­sam­te land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­che des Agrar­kan­tons Bern. Der An­bau

von Schlaf­mohn – sei­ne Sa­men lie­fern den Stoff, aus dem die Träu­me sind – ist für die ar­men Bau­ern na­he­zu die ein­zi­ge at­trak­ti­ve Ver­dienst­quel­le. Und die Nach­fra­ge nach al­ler­lei Opia­ten ist welt­weit leb­haft. Es ist ei­ne Si­sy­phus­ar­beit, im heil­los an­ar­chi­schen Af­gha­nis­tan zu ver­su­chen, die Land­wir­te auf harm­lo­se Ge­wäch­se um­zu­stel­len. Wenn – sel­ten ge­nug – Be­hör­den an­rü­cken, weh­ren sich die Bau­ern ge­walt­tä­tig, es fliesst Blut. Ge­mäss den ak­tu­el­len Zah­len ge- lang es im lau­fen­den Jahr ge­ra­de eben, vom Be­stand mick­ri­ge 355 Hekt­ar zu ver­nich­ten; 2015 wa­ren es noch zehn­mal mehr ge­we­sen. Mohn wird tra­di­tio­nell vor al­lem im Sü­den des ge­schun­de­nen Lan­des ge­pflanzt, hier auf ei­nem Feld in der Pro­vinz Kan­da­har, wo der Bau­er be­reits den eif­ri­gen Stamm­hal­ter in­stru­iert. Nun ver­fällt zu­neh­mend auch die Land­wirt­schaft im Nor­den dem Reiz des Mohns. Die aus­län­di­schen Sol­da­ten ge­hen, die Dro­gen kom­men.

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