Rück­spieg­lein an der Wand

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - SR

High­tech hat schon vor lan­gem im Au­to Ein­zug ge­hal­ten. Seit der ers­ten St­un­de da­bei ist das US-Un­ter­neh­men Gen­tex (Nas­daq: GNTX, Kurs: 16.91 $, Markt­wert von 4,85 Mrd. $). Es pro­du­ziert un­ter an­de­rem au­to­ma­tisch dim­men­de Rück­spie­gel und ka­me­ra­ba­sier­te Fah­re­ras­sis­tenz­sys­te­me. Ge­grün­det wur­de die Ge­sell­schaft zur Pro­duk­ti­on von Brand­mel­dern. Die­se Spar­te trägt heu­te al­ler­dings nur noch be­schei­de­ne 2,5% zum Um­satz bei. Den Lö­wen­an­teil (97,5%) setzt Gen­tex mit Pro­duk­ten für die Au­to­mo­bil­in­dus­trie um.

In vie­len Be­rei­chen ist Gen­tex Markt­füh­re­rin. Sie zählt al­le wich­ti­gen Au­to­her­stel­ler zu ih­ren Kun­den. Der gröss­te ist Volks­wa­gen mit ei­nem Um­satz­an­teil von 14%, ge­folgt von Ford und To­yo­ta. Kon­stanz wird gross­ge­schrie­ben: Fred Bau­er, der Gen­tex 1974 ge­grün­det hat, lei­tet das Un­ter­neh­men nach wie vor.

In­tak­tes Wachs­tum

Das drit­te Quar­tal 2016 schlug er­freu­lich zu Bu­che: der Um­satz er­reich­te 430 Mio. $ und über­traf da­mit die Markt­er­war­tun­gen. Be­son­ders po­si­tiv ent­wi­ckel­te sich die Brut­to­mar­ge, die auf 40,5% ge­klet­tert ist. Das ist ein Plus von rund 1,5 Pro­zent­punk­ten im Vor­jah­res­ver­gleich und zu­gleich der höchs­te Wert seit 2004. Dank der ver­bes­ser­ten Ren­ta­bi­li­tät er­reich­te der Brut­to­ge­winn 174 Mio. $.

Das in Zee­land im Glied­staat Mi­chi­gan be­hei­ma­te­te Un­ter­neh­men hat in den USA be­reits ei­ne an­spre­chen­de Markt­durch­drin­gung er­reicht. In Eu­ro­pa und ins­be­son­de­re in Asi­en, wo der An­teil le­dig­lich 10% be­trägt, sieht es wei­te­res Wachs­tums­po­ten­zi­al. Das ist mit ein Grund, wes­halb das Ma­nage­ment auch für das kom­men­de Jahr op­ti­mis­tisch ist und mit 6 bis 10% ein Um­satz­wachs­tum er­war­tet, das wie­der­um über dem Bran­chen­mit­tel lie­gen soll­te.

Op­ti­mis­tisch stimmt, dass die Fir­ma Wachs­tum nicht um des Wachs­tums wil­len sucht, son­dern be­dacht ist, die Pro­fi­ta­bi­li­tät nicht zu ge­fähr­den. Die Ebit­daMar­ge (Be­triebs­ge­winn vor Zin­sen, Steu­ern, Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­tio­nen re­la­tiv zum Um­satz) von über 30% ist be­nei­dens­wert und liegt mas­siv über dem Bran­chen­schnitt von rund 12%.

Ak­ti­en ho­her Qua­li­tät

Trotz­dem ist die Be­wer­tung mo­de­rat. Der Un­ter­neh­mens­wert ent­spricht nur ge­ra­de dem sie­ben­ein­halb­fa­chen Ge­winn vor Zin­sen und Steu­ern (Ebit), was un­ter dem lang­fris­ti­gen Schnitt liegt. Das­sel­be gilt für das Kurs-Ge­win­nVer­hält­nis von knapp un­ter 14. Zu­dem ge­hört Gen­tex zu den we­ni­gen Un­ter­neh­men, die im Pio­troski-Qua­li­täts­screen der fi­nan­zi­el­len So­li­di­tät das Punk­te­ma­xi­mum er­zie­len.

Die im S&P Mid­Cap 400 In­dex ent­hal­te­nen Ti­tel er­klom­men Mit­te Au­gust mit 18.30 $ das Jah­res­höchst. Seit­her zei­gen sie Schwä­che und ha­ben über 7,5% kor­ri­giert. Sub­stan­zi­el­le Ak­ti­en­ver­käu­fe des CEO sorg­ten für Ab­wärts­druck. Da­mit rü­cken sie in über­ver­kauf­tes Ter­ri­to­ri­um vor, was ei­ne at­trak­ti­ve Kauf­ge­le­gen­heit er­öff­nen könn­te.

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