Po­pu­lis­mus

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - BRU­NO HAKE,

FuW Nr. 80 vom 8. Ok­to­ber Pro­fes­sor Straub­haar be­klagt, dass die Kri­ti­ker der Re­gie­rungs- bzw. EU-Po­li­tik viel Auf­merk­sam­keit fin­den. Er be­zeich­net sie als «Po­pu­lis­ten». «Bür­ger­nah» wä­re wohl tref­fen­der. Denn in ei­ner De­mo­kra­tie soll­ten die von den Bür­gern ge­wähl­ten Po­li­ti­ker de­ren Wil­len be­rück­sich­ti­gen. Die po­li­ti­sche Klas­se ver­hin­dert be­wusst ei­ne erst­haf­te Dis­kus­si­on über wich­ti­ge The­men wie Eu­ro, Mas­sen­ein­wan­de­rung, Staats­ver­schul­dung. Bei­spiel: Das Buch «Deutsch­land schafft sich ab» von Thi­lo Sar­ra­zin ist ei­ne se­riö­se Ana­ly­se des Ein­wan­de­rungs­pro­blems. Ei­ne Mil­li­on Bür­ger la­sen es, aber Frau Mer­kel sag­te, sie ha­be «kei­ne Zeit, so ein Buch zu le­sen». Ähn­lich er­ging es Pro­fes­sor Lu­cke mit sei­ner fun­dier­ten Kri­tik an der Eu­ro-Ret­tung. Als er auf tau­be Oh­ren stiess, grün­de­te er die AfD. Jetzt zahlt Frau Mer­kel die Quit­tung für ih­re au­tis­ti­sche Hal­tung. Ei­ne klei­ne Schicht von In­tel­lek­tu­el­len baut in klei­nen Schrit­ten, aber ziel­stre­big die EU zu ei­nem zen­tra­lis­ti­schen Staat aus. Brei- ten Schich­ten der Be­völ­ke­rung schwebt in­des­sen ein «Eu­ro­pa der Va­ter­län­der» vor. Wäh­rend die po­li­ti­sche Klas­se noch von ge­mein­sa­mer Fi­nanz-, Wäh­rungs-, Ver­tei­di­gungs- oder Ein­wan­de­rungs­po­li­tik schwärmt, droht die EU-Kom­mis­si­on an ih­rer ur­ei­gens­ten Auf­ga­be, dem Ab­schluss von Han­dels­ver­trä­gen, zu schei­tern. Ce­ta ist ein Fa­nal. Das «Avan­ti Il­lu­mi­na­ti» un­se­rer Po­li­ti­ker und Me­di­en funk­tio­niert nicht mehr. Und das ist gut so.

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