Mey­er Bur­ger un­ter Druck

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - CB

Mey­er Bur­ger sind am Frei­tag pro­zen­tu­al zwei­stel­lig ab­ge­sackt. Von der Tech­no­lo­gie­grup­pe selbst gab es kei­ne Neu­ig­kei­ten; auch ihr Ma­nage­ment war über­rascht. Der Aus­lö­ser scheint bei First So­lar zu lie­gen. Der gröss­te So­lar­pa­nel­her­stel­ler der USA hat­te am Don­ners­tag we­gen schlech­ter Aus­sich­ten die Jah­res­zie­le ge­senkt. CEO Mark Wid­mar sprach von ei­nem «ex­trem her­aus­for­dern­den Markt­um­feld».

Kon­kret be­rich­te­te er von ei­nem Preis­sturz für So­lar­pa­nels um 30%. Als Haupt­grund wur­de ein Nach­fra­ge­ab­fall in Chi­na ge­nannt. Die Fol­ge da­von sei ein welt­wei­tes Über­an­ge­bot an Pa­nels.

Ganz un­er­war­tet kommt das nicht. Dass im un­ste­ten chi­ne­si­schen So­lar­markt die Nach­fra­ge nach ent­spre­chen­der Tech­no­lo­gie deut­lich nach­ge­las­sen hat, ist be­kannt. «Mei­nes Erach­tens sag­te First So­lar nichts Neu­es, wes­halb mich die Hef­tig­keit der Kurs­re­ak­ti­on in Mey­er Bur­ger über­rascht», meint Ana­lyst Richard Frei von der Zürcher Kan­to­nal­bank. So ge­se­hen sei das wohl ei­ne spä­te Bör­sen­re­ak­ti­on; ei­nen an­de­ren Grund se­he auch er nicht.

Für Mey­er Bur­ger sind das schlech­te News. Zum ei­nen um­fasst das An­ge­bot der Ge­sell­schaft Sys­te­me und Pro­duk­ti­ons­an­la­gen für Pro­zes­se rund um die Her­stel­lung un­ter an­de­rem von So­lar­zel­len und -mo­du­len. Zum an­de­ren ist Asi­en die wich­tigs­te Ab­satz­re­gi­on.

Bricht der Preis für Pa­nels ein, wirkt sich das di­rekt auf das In­ves­ti­ti­ons­ver­hal­ten der Pro­du­zen­ten aus; neue In­ves­ti­tio­nen wer­den wo­mög­lich ver­scho­ben. Ent- spre­chend muss auch Mey­er Bur­ger im Or­der­ein­gang mit Fol­gen rech­nen.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef Wer­ner Buch­holz sagt: «Der Kurs­rück­schlag hat uns über­rascht.» Mey­er Bur­ger sei mit Blick auf den Markt nicht plötz­lich be­un­ru­higt oder über­rascht. Die Si­tua­ti­on ha­be sich nicht auf ei­nen Schlag ver­än­dert. Sie sei nicht gross­ar­tig, aber auch nicht so dra­ma­tisch wie in ver­gan­ge­nen Jah­ren.

Für die Tech­no­lo­gie­grup­pe kommt die Ab­schwä­chung des Mark­tes zu ei­nem denk­bar un­güns­ti­gen Zeit­punkt. Nicht nur die jüngs­ten ope­ra­ti­ven Fort­schrit­te sind da­durch be­droht. Auch der Um­gang mit der ho­hen Schul­den­last wird da­durch noch­mals schwie­ri­ger. In der Kom­bi­na­ti­on der bei­den Fak­to­ren dürf­te ein we­sent­li­cher Grund für die ver­gleichs­wei­se har­sche Kurs­re­ak­ti­on lie­gen.

Mey­er Bur­ger braucht di­ver­se An­schluss­fi­nan­zie­run­gen. Am dring­lichs­ten ist die für ei­ne im Mai fäl­li­ge Ob­li­ga­ti­on über 130 Mio. Fr. Ei­ne Ver­schlech­te­rung der Er­trags- und Fi­nanz­la­ge wä­re Gift. En­de Ju­ni be­trug die Net­to­ver­schul­dung mehr als 90% des Ei­gen­ka­pi­tals, das sei­ner­seits nur 26% der Bi­lanz aus­mach­te. Dem ste­hen nach sechs Mo­na­ten ein Er­geb­nis (Ebit­da) und ein Net­to-Cash­flow von 6,2 und 12,5 Mio. Fr. ge­gen­über.

Für ei­ne Schul­den­til­gung aus ei­ge­ner Kraft ist das (zu) we­nig. Soll­ten Er­geb­nis und Cash­flow schrump­fen, wür­de das ei­nen Schul­den­ab­bau wohl ganz ver­un­mög­li­chen. Neue Zwei­fel über die Trag­fä­hig­keit der Bi­lanz kä­men auf. Po­ten­zi­el­le Fremd­ka­pi­tal­ge­ber könn­ten ge­neigt sein, ei­ne Fi­nan­zie­rung von ei­ner wei­te­ren Ka­pi­tal­er­hö­hung ab­hän­gig zu ma­chen. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Mey­er Bur­ger im Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/MBTN

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.