Schwel­len­län­der nach wie vor at­trak­tiv

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MAR­TIN LASANCE,

An­lei­hen aus Schwel­len­län­dern (EM) ha­ben 2016 be­trächt­lich zu­ge­legt, al­len vor­an Staats­an­lei­hen in Hart­wäh­rung (+15,2% seit Jah­res­be­ginn). Die Spreads ha­ben sich von 500 Ba­sis­punk­ten (Bp) im Fe­bru­ar 2015 auf ge­gen­wär­tig 340 Bp ver­rin­gert. Da­für wa­ren wohl drei Fak­to­ren aus­schlag­ge­bend: Ers­tens un­ter­bra­chen ei­ne prag­ma­ti­sche­re Hal­tung der US-No­ten­bank (Fed) und die Ein­prei­sung der US-Zins­er­war­tun­gen die US-Ral­ly, wel­che für die Schwel­len­län­der in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren ne­ga­tiv war. Zwei­tens hat sich die Wachs­tums­dif­fe­renz zwi­schen Schwel­len­län­dern und In­dus­trie­na­tio­nen nach ei­ner drei Jah­re wäh­ren­den Ver­schlech­te­rung end­lich sta­bi­li­siert. Drit­tens bo­ten die Ren­di­te­jagd und die nied­ri­ge Vo­la­ti­li­tät star­ke Un­ter­stüt­zung für Schwel­len­markt­an­lei­hen, ei­ne An­la­ge­klas­se mit ho­hem Be­ta und ho­hen Er­trä­gen.

Die jet­zi­gen Spreads der EM-Staats­an­lei­hen schei­nen fun­da­men­tal ge­se­hen fair zu sein, ob­wohl sie im­mer noch 90 Bp über dem Ni­veau von Mit­te 2014 lie­gen. So­lan­ge die Ren­di­te­jagd an­hält, be­steht Spiel­raum für ei­ne wei­te­re Ve­ren­gung der Spreads, ob­wohl das Ri­si­ko-Er- trags-Ver­hält­nis zwei­fels­oh­ne we­ni­ger at­trak­tiv ist als noch zu Jah­res­be­ginn. Die Bo­ni­täts­ein­schät­zun­gen wa­ren re­la­tiv sta­bil, mit ei­ner leich­ten Ver­schlech­te­rung bei Staats­an­lei­hen. Al­ler­dings sind historisch ge­se­hen Bo­ni­täts­ra­tings kei­ne Früh­in­di­ka­to­ren der Per­for­mance von EM-Staats­an­lei­hen, son­dern lau­fen ihr eher hin­ter­her. Für die Zu­kunft be­vor­zu­gen wir EM-Un­ter­neh­mens­an­lei­hen in Hart­wäh­rung ge­gen­über EM-Staats­an­lei­hen, da ers­te­re Chan­cen durch Emit­ten­ten aus ex­port­ori­en­tier­ten Bran­chen bie­ten.

De­vi­sen wer­den vor­aus­sicht­lich stark in Ab­hän­gig­keit der US-Geld­po­li­tik ge­han­delt. Un­er­war­tet re­strik­ti­ve Mass­nah­men wür­den die Schwel­len­län­der­wäh­run­gen be­las­ten. Die tech­ni­schen Da­ten stim­men wei­ter­hin zu­ver­sicht­lich, vor al­lem da die Ka­pi­tal­zu­flüs­se seit Jah­res­be­ginn nur ei­nen Bruch­teil des Vo­lu­mens dar­stel­len, das in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren ab­ge­flos­sen ist. Schät­zun­gen zu­fol­ge ha­ben Schwel­len­markt­an­lei­hen in Hart­wäh­rung die­ses Jahr min­des­tens 20 Mrd. $ an Net­to-Ka­pi­tal­zu­flüs­sen ver­bu­chen kön­nen.

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